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Frauenselbsthilfe nach Krebs - Bundeskongress und Landestagung LV Berlin/Brandenburg

FSH-Motto 2019

Vera Kimmig war eingeladen und berichtet:

"Wie schon seit einigen Jahren erfolgte an mich die Einladung zum Bundeskongress der Frauenselbsthilfe (FSH) in Magdeburg. Die Tagung findet bereits seit 10 Jahren im renommierten Maritim-Hotel statt, welches für Tagungen keine Wünsche offen lässt!

Dieses Jahr war das Motto des Bundeskongresses: „Zukunftsperspektive Selbsthilfe“ mit Referaten, Workshops und der Methode des „Open Space“. Das ist ein Kongressformat, welches auf die aktive Beteiligung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Programmgestaltung setzt. Diese Form ist eine wunderbare Möglichkeit, wertvolle Impulse von Mitgliedern, Gästen und Kooperationspartnern zu erhalten, welche dann wiederum in die Weiterentwicklung der FSH einfließen können.

Als ich am Freitag dem 30.8.2019 mein Zimmer belegt hatte, kam ich gerade recht zu einem Vortrag von Nicole Staudinger, einer Bestsellerautorin - genannt auch „Schlagfertigkeitsqueen“. Es war ein Genuss, Nicole zu erleben! Diese starke Frau ist so ungewöhnlich wie ihre Buchtitel ("Brüste umständehalber abzugeben", "Schlagfertigkeitsqueen", "Stehaufqueen", "Ich nehm’ schon zu, wenn andere essen"), obwohl oder vielleicht gerade, weil sie verschiedene schwere Krankheiten überwunden hat! Schlagfertigkeit war ihr Abendthema, welches sie auf ihre besonders humorvolle Art zum Besten gab!

Am zweiten Abend der 3-tägigen Tagung konnten ab 19 Uhr verschiedene Gesangs- und Bewegungsangebote ausprobiert werden. Dieses Jahr konnte ich im großen Plenumssaal für zwei Stunden zum „Heilsames Singen“ einladen. Im kleinen Saal - im vergangenen Jahr - musste wegen des großen Interesses die Teilnehmerzahl begrenzt werden.

Es ist für mich immer wieder eine besondere Freude, gerade mit diesen Frauen zu singen. Freudige und erwartungsvolle Gesichter schauten mich im großen Stuhlkreis an. Die Tiefen der Erkrankung erfahrend und unendlich dankbar für die Höhen der Gesundung, entfalten die Stimmen in diesem Kreis einen ganz besonderen Klang. Die ungebrochene Lebenslust und wiedergefundene Lebensfreude spürt man in der großen Begeisterung des Miteinander-Singens und Tanzens.

Aus solchen Begegnungen ergeben sich auch immer wieder neue Einladungen zu Landes- oder Regionalveranstaltungen. So saß ich am Freitag, dem 27.9. im Zug nach Erkner, wo der FSH-Landesverband Berlin/Brandenburg e.V. seine Landestagung im Bildungszentrum Erkner hatte (Foto: Landesvorsitzende Uta Büchner, rechts, und Vera Kimmig). Auch dieses Haus kann ich für Seminare nur empfehlen. Zimmer, Seminarräume und das Essen waren hervorragend!

Hier waren Haltungs-, Achtsamkeits- und Atemübungen der durchgehende „rote Faden“ der Angebote. Da ich alle Vorträge und Kurzseminare miterlebte, wurde mir nochmals sehr bewusst, wie das „Heilsame Singen“ alles miteinander verbindet. Eine aufrechte Körperhaltung, immer wieder auch herzhaftes Lachen, innige Berührtheit, Achtsamkeit - hier kann alles zu einem ganzheitlichen Mix der körperlichen und mentalen Gesunderhaltung zusammen gefügt werden. Denn Singen ist keine oberflächliche Erfahrung, sondern geht bis in die Tiefen unseres Seins. Singen berührt uns dort, wo Kräfte wirken, die uns gesund und aktiv halten oder Gesundungsprozesse unterstützen. So kann die menschliche Stimme ein Therapeutikum für Leib und Seele sein und ich bin glücklich, dass ich in diesem wunderbaren Schwingungsfeld arbeiten darf und auch die Teilnehmer dafür begeistern kann. So fuhr ich am folgenden Sonntag zufrieden und glücklich wieder nach Hause und nahm die ergreifenden Klänge und herzlichen Begegnungen in meinem Herzen mit."


In Zürich feierte die Klinik Lengg AG die Zertifizierung zum „Singenden Krankenhaus“

Andreas Greulich, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Elke Wünnenberg

Am 18. Juli 2019 durfte unsere Vorstandsvorsitzende Elke Wünnenberg mal wieder mit einer Urkunde im Gepäck in die schöne Schweiz reisen. In einer Zertifizierungsfeier mit viel Publikum erhielt die Klinik Lengg in Zürich als mittlerweile fünfte Einrichtung dieser Art die Auszeichnung "Singendes Krankenhaus". Die Klinik Lengg AG ist eine Klinik für Neurorehabilitation und Epileptologie, getragen von der «Schweizerischen Epilepsie-Stiftung» und der «Stiftung Zürcher RehaZentren». Seit vielen Jahren schon spielt dort die Musik, etwa durch öffentliche Hauskonzerte, und natürlich die Musiktherapie eine große Rolle. Die führenden und leitenden Persönlichkeiten dieses Hauses unterstützten daher auch von Beginn an den Weg zu einem "Singenden Krankenhaus". Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich!
Sonja Heim

„Auch ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen“
- Franz von Assisi

„Über sieben Brücken musst du gehen“ und andere bekannte Songs wurden an der Zertifizierungsfeier zum „Singenden Krankenhaus“ in der gefüllten Empfangshalle der Klinik Lengg gemeinsam mit Patienten, externen Gästen, Geschäftsleitung und Mitarbeitenden der Klinik gesungen. Erstmals waren auch ambulante Patienten eingeladen, am Hauskonzert Teil zu nehmen. Das Referat „Singen als Lebenselixier und Gesundheitserreger“, ein Liederquiz und ein Interview zum Thema „Wie alles begann“ sowie die Überreichung des Zertifikates rundeten den gelungenen Event ab. Premiere feiern durfte erstmals die „Hausband“ der Klinik Lengg. Mit Gesang durch Anita Wildi und Nicole Bänteli, Patrick Bianco am Saxophon, Sandro Majo am Klavier und mir an der Gitarre war es eine Freude mit Kolleginnen und Kollegen der Klinik Lengg zu musizieren und zu singen.

Dr. med. Bartosz Bujan, Med. Direktor, 3.v.l., Ludwig Schmid, Leiter Med. Therapien, 4.v.l.; Barbara Quiram, SL, mit Gitarre; Andreas Greulich, CEO, 6.v.l.; Elke Wünnenberg, 7.v.l.; und Mitglieder der Hausband

Was sind mögliche positive Effekte des Singens?

  • Singen kann stabilisierend, strukturierend und stimmungsaufhellend wirken
  • Singen setzt Endorphine und Serotoninhormone frei
  • Singen in der Gruppe ist gemeinschaftsfördernd, sinnstiftend und macht Spass
  • Singen kann Zuversicht in der Krise, Sinn und neue Hoffnung geben
  • Singen kann bei Aphasie und Parkinson neuronale Netzwerke anregen und die Wortproduktion positiv beeinflussen und anregen
  • Singen kann bei Menschen mit Kommunikationsproblemen die Isolation verringern
  • Singen kann die Selbstwirksamkeit steigern und Selbstheilungskräfte freisetzen
  • Und vieles mehr…

Quellen: Die heilsame Kraft des Singens, W. Bossinger; Warum singen glücklich macht, Gunter Kreutz

Wie geht es nun weiter mit Musik in der Klinik Lengg?

Die Durchführung weiterer Hauskonzerte, auch im 2020, wurde durch die Geschäftsleitung der Klinik Lengg sehr begrüsst, das nächste grössere Event wird wohl in der vorweihnachtlichen Zeit statt finden. In den Einzelmusiktherapien, in der Singgruppe und Musikevents zum Liedermitsingen wird meist täglich in der Klinik Lengg gesungen.

Text von Barbara Quiram für die interne Mitarbeitenden-Zeitschrift der Klinik Lengg


Seniorenmesse »60aufwärts!« in Traunstein mit SiKra-Stand

Claudia Plafinger, Christa Schäffer, Michael Krause (v.l.)

Michael Krause berichtet:

"Am Samstag, den 06.07.2019 fand die Seniorenmesse „60aufwärts!“, welche alle zwei Jahre abgehalten wird, in Traunstein/Oberbayern statt.

Nach meiner im Februar abgeschlossenen Ausbildung und ersten Erfahrungen in Gesundheitseinrichtungen war das mein erster Messeauftritt für die "Singenden Krankenhäuser". Dementsprechend wusste ich nicht genau was mich erwartet und ich hatte mir – außer was das Repertoire der Live-Sessions angeht – im Vorfeld auch nicht zu viele Gedanken gemacht.

Als erstes war ich gespannt, wie wir als Messe-Team funktionieren. Christa und Claudia kenne ich von einem Ausbildungsmodul und vom Musizieren. Es war sofort eingespielt und unkompliziert, wie wir als Team die Aufgaben geteilt und wie wir miteinander harmoniert haben. Großes Dankeschön an der Stelle an Claudia, die das Ganze initiiert und die Organisation übernommen hatte.

Das Annette-Kolb-Gymnasium (AKG Traunstein) war als Veranstaltungsort gut geeignet. Das riesige Gebäude hat ein Atrium und eine Galerie - und die Klassenzimmer konnten bestens für Vorträge und Live-Sessions genutzt werden. Auch unser Stand war sehr gelungen mit dem Aufsteller und den Materialien vom Verein, gemischt mit den lokalen Infos von uns.

So waren wir gut gerüstet viele Gespräche zu führen, neue Kontakte sowohl mit Singkreis-Teilnehmern als auch potentiellen Veranstaltern zu knüpfen und unsere Mission bekannter zu machen. Und auch wenn die Geräuschkulisse um uns herum oft laut war - Gitarre spielen am Stand ist definitiv der absolute Eye-Catcher und bestens geeignet um musikalisch interessierte Leute ins Gespräch zu bringen.

Christa Schäffer, Michael Krause (hinten rechts)

Mein Höhepunkt waren die beiden Live-Sessions, in denen Christa und ich zusammen Musik gemacht haben: Mit Gitarre, Harmonium, Rahmentrommel und den Mitmach-Rhythmusinstrumenten. Wir haben gesungen und getanzt, es war ein munteres Kommen und Gehen - bei einigen Teilnehmern mit Schnuppercharakter, andere gingen tief berührt. Besonders bemerkenswert fand ich, dass ich zwischenzeitlich „vergessen“ habe auf einer Messe zu sein, und dass die Verbundenheit, die entstand, richtigen „Singkreis-Charakter“ hatte.

Mein Fazit und Lernpunkte:

  • Tolle Kontakte mit neuem Potential
  • Super Live-Sessions
  • Choreos und kleine Tänze sind der absolute Hingucker und macht die Leute neugierig
  • Zeiten für Live-Sessions plakativer am Stand darstellen
  • Besucher noch besser am Stand involvieren (Musikspiele, kleine Instrumente etc.)

So gingen wir drei sehr zufrieden auseinander und freuen uns in zwei Jahren wieder dabei zu sein - mit dem Ausblick, dann hoffentlich auf der Hauptbühne zu wirken.

Impressionen der 2. Seniorenmesse "60aufwärts" 2019: www.vdk.de
Weitere Impressionen: online-Artikel Traunsteiner Tagblatt


Alloheim Seniorenresidenz "Michaelsviertel" in Wuppertal zertifiziert

"Bei sommerlichen Temperaturen und mit ganz viel Eis für die Bewohner und die Gäste wurde in der neueröffneten Alloheim Seniorenresidenz "Michaelsviertel" in Wuppertal die Übergabe des Zertifikats "Singendes Altersheim" gefeiert. Prof. Dr. Walter Möbius, wissenschaftlicher Beirat von Singende Krankenhäuser e.V., hielt den Festvortrag und Kai von Lünenschloß sorgte mit seiner Gitarre für gute Stimmung. Als Regionalbeauftragter West ist er dem Netzwerk eng verbunden und als Leiter der sozialen Betreuung sogleich auch Singleiter. Ein neu gebautes Haus, das schon im zweiten Monat seines Bestehens zu einem "Singenden Altersheim" wird, ist ganz bestimmt auf einem guten Weg und so wünschen wir dem Haus, seinen Mitarbeitern und Bewohnern viel Erfolg und Alles Gute!"
Sonja Heim

Pressemitteilung:

Alloheim Seniorenresidenz „Michaelsviertel" ist nun als „Singendes Altersheim“ zertifiziert

Wuppertal 08.07.2019.   Am letzten Samstag wurde die Seniorenresidenz „Michaelsviertel“ als Singendes Altersheim zertifiziert.

Kai von Lünenschloß, Eveline Moll, Prof. Dr. Walter Möbius (v.l.)

Die Verleihung des Zertifikats übernahm dabei kein geringerer als der Mediziner Prof. Dr. Walter Möbius, ehemaliger Leibarzt von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Für die Bewohner und Mitarbeitenden in der Seniorenresidenz „Michaelsviertel“ gab er, mit einem Fingerzeig für mehr Menschlichkeit in der Beziehung zu Patient/Bewohner, einige Anekdoten aus seiner langjährigen Berufspraxis zu Besten. Dabei untermauerte er die Wichtigkeit des Singens und der gesundheitsfördernden Eigenschaften. Angst und Einsamkeit verlieren sich im gemeinsamen Singen. Im Laufe der Veranstaltung sang Kai von Lünenschloß, Regionalbeauftragter des Vereins der Singenden Krankenhäuser und gleichzeitig Leiter des Sozialen Dienstes im Michaelsviertel, mit den Bewohnern und Gästen und belegte, dass die Zertifizierung mehr als berechtigt ist. Seit 2009 engagiert sich das Netzwerk für die Verbreitung heilsamer und gesundheitsfördernder Singangebote im Gesundheitswesen.

Kai von Lünenschloß

Die hauseigene Singgruppe im „Michaelsviertel" ist ein internes wöchentliches Angebot für die BewohnerInnen der Seniorenresidenz. „Wir freuen uns, auch ein monatliches öffentliches Singen ab Ende August anzubieten. Das Michaelsviertel singt“, sagte Eveline Moll, Residenzleiterin des Hauses.

Eveline Moll, Prof. Dr. Walter Möbius

Pressekontakt:
Alloheim Seniorenresidenz „Michaelsviertel"
Kai von Lünenschloß
Kempers Häuschen 12, 42109 Wuppertal
0202 / 747481-504
Kai.vonLuenenschloss@alloheim.de
www.alloheim.de


Come Together Songfestival im ZEGG

Abschluss-Singen (Foto: Thomas Jüchter)

"Gerade war es wieder soweit: das 12. Come Together Songfestival vom 20. - 23.6.2019 im ZEGG, Bad Belzig.
Was Hagara Feinbier und Raimund Mauch dort geschaffen haben, sucht seinesgleichen - und man wird es kaum finden. Etwa 200 Menschen, darunter viele, viele Singleiter*innen, haben sich an diesem paradiesischen und doch ganz weltlichen, an ökologischer Nachhaltigkeit kaum zu übertreffenden Ort versammelt, um gemeinsam zu singen, zu feiern, zu sein. Ein Eldorado des gemeinsam Singens, ein Fundus wunderschöner Chants und Mantren aus aller Welt, wie wir sie aus den Schätzen der Come-together-Songbooks von Hagara kennen. Das Ganze bei hochsommerlichen Temperaturen.

Im ZEGG weht, das kann jed*r bestätigen, die schon dort war, ein ganz besonderer Geist von Liebe und Mitgefühl, von Bewusstheit und Erdverbundenheit. Angesichts der gegenwärtigen politischen und klimatischen Themen hierzulande war dies diesmal noch stärker präsent.

Auch aus diesem Grund:
Guter Brauch ist es ja, "Hochkaräter" einzuladen, die aufgrund ihrer innovativen Arbeit und Persönlichkeit eine besondere Strahlkraft haben. Das war in diesem Jahr der Berliner Musiker und Chorleiter Michael Betzner-Brandt (www.chorkreativ.de), der mit seinen "Ich-kann-nicht-singen"- oder Begegnungs-Chorprojekten und Veröffentlichungen wie "Jeder kann singen" vielen, vielen Menschen einen neuen Zugang zum Singen verschafft hat. Sein Herzensprojekt ist aktuell "Transformatorium". Am Jahrestag des 11. September wird er in der Gedächtniskirche in Berlin zu einem Chor-Konzert ganz besonderer Art einladen. Mehrere Songs daraus hat er mit uns gesungen, einer hat mich ganz besonders berührt: "Jeder Mensch gehört zur Menschheitsfamilie". Sehr cool und sehr wahr! Näheres zu dem Projekt erfährst Du unter der oben genannten Adresse. Man kann noch mitwirken!!!

DIE Entdeckung für mich war Suli Puschban, in Berlin lebende österreichische Kinderliedermacherin. Meine Kinder sind ja schon erwachsen, insofern kommt sie für sie irgendwie zu spät, aber sie spricht mit ihrer irrwitzigen Sprache und Bilder auch Erwachsene an und ist vom Typ her unwiderstehlich kraftvoll, authentisch, liebevoll frech. Da ist das Kind in mir nochmals geweckt. Wer also noch kleinere Kinder oder Enkel hat, möge sie mal hören: www.sulipuschban.de
Und nächstes Jahr zum Song-Festival kommen! Da ist sie nämlich auch wieder dabei.

Foto: Sandra Robinson

Bei allem Hochkarat: Herzstück sind die 60-Minuten-Workshops, die aus dem Kreis der Teilnehmenden angeboten werden. Da ist alles dabei, vom Mantra-Singen, Jodeln, Schweigen, Balkan-Lieder, Tanzen, Projekt-Vorstellungen...
Ich hatte einen Workshop zu SiKra angeboten, zu dem wieder etwa 20 Interessierte gekommen sind :-)
Insofern ist das Songfestival immer auch ein Ort, SiKra bekannt zu machen, sich zu vernetzen, sich inspirieren zu lassen und natürlich andere zu inspirieren.

Es findet jedes Jahr am Fronleichnams-Wochenende statt. 2020 vom 11. - 14.6.. Dann mit Henry Marshall, der das Mantra-Singen in den Westen importiert hat, Philipp Stegmüller aus München, dazu neben Suli Puschban auch wieder der Kinderliedermacher Unmada Kindel, der dieses Jahr ausgesetzt hat.

Impressionen vom diesjährigen Festival und Informationen findest Du unter come-together-songs.de. Ein sehr schönes Video vom Abschluss-Singen hier: youtube"

Thomas Jüchter


Zertifizierung der AOK-Nordseeklinik zur 1. Singende Mutter/Vater-Kind-Fachklinik

Mädchen-Musikzug Neumünster

Am 4. Mai 2019 durften wir die nördlichste Klinik aus unserer Mitgliedschaft als "Singendes Krankenhaus" auszeichnen. Ulrike Behr, Musiktherapeutin und Dozentin aus Schleswig-Holstein musste dafür etwas ungewöhnlich mit dem Schiff anreisen, um nach Amrum überzusetzen. Die AOK-Nordseeklinik aus dem Rehasan-Verbund ist auf Mutter/Vater-Kind-Kuren spezialisiert und hat seit zwei Jahren ein umfassendes Singangebot aufgebaut und in den therapeutischen Alltag integriert. Auf dieser Insel wird kräftig gesungen - wir gratulieren sehr herzlich!

Bericht von Ulrike Behr:

"Am Samstag, den 4. Mai 2019 wurde auf der schönen Nordsee-Insel Amrum - mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – die AOK-Nordseeklinik zur 1. Singenden Mutter/Vater-Kind-Fachklinik Deutschlands zertifiziert.

Die Zertifizierung zum „Singenden Krankenhaus“ fand unter Beteiligung vieler großer und kleiner Patienten sowie Mitarbeiter im Rahmen eines fröhlichen Festaktes mit viel Musik und Gesang statt. Schon vor Beginn der Veranstaltung sang ein Dreijähriger „Hey Pippi Langstrumpf“, welches später vom Auditorium kraftvoll und fröhlich mitgesungen wurde. Die Fanfaren des Mädchen-Musikzuges Neumünster, der für die Zertifizierung geladen und gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden Bernd Müller angereist war, sorgten immer wieder für gute Stimmung.

Bernd Müller, Vorsitzender Mädchen-Musikzug Neumünster, SL Sandy Krebs, Ärztliche Leiterin Dr. Berit Mehmen, Klinikdirektorin Karin Lüpken, Ulrike Behr, SiKra, SL Inga Schulze (v.l.)

Sowohl die Klinikdirektorin Frau Lüpken, als auch die leitende Ärztin der Einrichtung Frau Dr. Mehmen, brachten mit ihren einleitenden Sätzen ihre Freude über den Stellenwert des Singens in ihrer Einrichtung zum Ausdruck.

Vor zwei Jahren wurde von Seiten der Geschäftsführung der REHASAN der Wunsch an die Klinik herangetragen, das Singen in das Therapeutische Behandlungskonzept einzubinden. Dies wurde von der Klinikleitung gerne umgesetzt: Es wurden zwei Mitarbeiterinnen weitergebildet, eine Inhouse-Schulung mit unseren Dozentinnen Daniela Sauter de Beltré und Andrea Käpernik auf Amrum durchgeführt und zwei wöchentlich stattfindende Singgruppen eingerichtet: eine für Kinder und Jugendliche sowie eine für die Mütter und Väter.

Ulrike Behr, Musiktherapeutin

Während der Feier gab es neben mehreren musikalischen Einlagen mit den beiden zertifizierten Singleiterinnen der Klinik, Sandy Krebs und Inga Schulze, einen Vortrag von Ulrike Behr zu den Wirkweisen des heilsamen Singens, während dem das Gesagte immer wieder durch gemeinsames Singen erlebbar wurde. Anschließend wurde das Zertifikat von Ulrike Behr als Vertreterin von „Singende Krankenhäuser e.V.“ feierlich der Klinikleitung und den beiden Singleiterinnen der Einrichtung übergeben.

Frau Lüpken bedankte sich in ihren abschließenden Worten bei den beiden Singleiterinnen für ihre Arbeit und bekräftigte nochmals, wie wertvoll das Singen und die Zertifizierung für die Klinik ist. Jetzt wird es in ihren Bemühungen darum gehen, dieses immer mehr in den Klinikalltag zu integrieren."

Ulrike Behr               Fotos: Kinka Tadsen

Presse-Artikel:
"Die AOK-Nord-Sing-Klinik …", Amrum News, 17.05.2019, von Kinka Tadsen
Online-Artikel lesen


Spendenübergabe an SiKra durch Gerlinde Kretschmann

vorne v.l.: Vera Kimmig, Gerlinde Kretschmann, Sonja Heim; hinten 3.v.l. Wolfgang Baumgärtner

Ein Stuttgarter Frühlingsregen, der etwas wärmer hätte sein können, begleitete uns am Donnerstag 9. Mai zu einem Termin mit einem schönen Geldregen ins Staatsministerium. Sehr herzlich wurden wir am Sitz der baden-württembergischen Landesregierung, der Villa Reitzenstein, von unserer Schirmherrin Gerlinde Kretschmann - der Frau des Ministerpräsidenten - mit den Worten begrüßt: "Termine, an denen man Geld weitergeben kann, sind immer etwas Wunderbares".

Neben uns, also 2. Vorstand Wolfgang Baumgärtner, der eigens aus Melle in Niedersachsen angereist war und 3. Vorstand Vera Kimmig und mir als Delegation von Singende Krankenhäuser e.V. waren unter anderen auch Markus Fischer von der Vesperkirche Ludwigsburg anwesend sowie einige Vertreter der Reitzenstein-Kicker und der Prominenten-Kicker. Ein jährlich veranstaltetes Benefizturnier der beiden kickenden Mannschaften mit ministerialen Beamten und Direktoren erbrachte einen Gesamterlös von 1.500 Euro, der hälftig auf uns und die Vesperkirche aufgeteilt worden ist. Aus den Händen von Frau Kretschmann nahmen wir gerne den großen Spendenscheck über 750 Euro entgegen und dankten herzlich den Geldgebern, den Reitzenstein- und Promi-Kickern.

vorne re: Markus Fischer

Als Geschäftsführerin durfte ich den versammelten Personen, die uns noch nicht kannten, die Arbeit und Zielsetzung unseres Netzwerks nahebringen. Erstaunlicherweise sind auch zwischen dem Fußball und dem Singen etliche Parallelen zu finden. Wo die Spieler dem Ball hinterherjagen, sind wir auf der meist erfolgreichen und kurzen Jagd nach dem Glücksgefühl, für den der sogenannte Glückscocktail im Gehirn sorgt. Besonders effektiv ist das Singen wie beim Fußball, wenn man es gemeinsam oder als Mannschaftssport betreibt. Singen ist ja so gesund! Als Ratschlag gab ich den leidenschaftlichen Kickern daher mit auf den Weg, dass sie nach einem schlechten Spiel, im Anschluss noch ein Lied anstimmen sollten. Denn Singen sei ein gutes Antidepressivum! Deshalb sangen wir auch sogleich spontan im Chor, angeleitet durch Vera Kimmig das Lied: "Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder..."

Nachdem auch die verdienstvolle Arbeit der Vesperkirche Ludwigsburg vorgestellt worden war, entspann sich in lockerer Runde und unter der regen Anteilnahme von Frau Kretschmann eine anregende Unterhaltung über das Ehrenamt, das Singen und nicht zuletzt die bekanntlich wichtigste Nebensache der Welt, den Fußball. Zu Sekt und Häppchen spielte in dem prachtvoll eingerichteten "Runden Saal" Wolfgang Baumgärtner noch spontan mit seiner Blockflöte auf und untermalte mit barocken Klängen die feierliche Stimmung. Eine knappe Stunde später verließen wir wieder den Regierungssitz, froh darüber, dass der Regen aufgehört hatte und wir den überdimensionierten Scheck als Erinnerungsstück gut nach Hause bringen würden.

Sonja Heim

Fotos: Staatsministerium Baden-Württemberg


6. SiKra-Jahrestagung in Bad Kissingen

vom 5. - 7.4.2019 in der Akademie Heiligenfeld

Heino Debus leitet an

Thomas Jüchter berichtet:

Mit den ersten Tönen und gesungenen Worten war es bereits da, um was es gehen sollte: Gänsehaut war die Körperresonanz, als Daniela Sauter de Beltré ihre ersten Töne zu „Hier sein“ anstimmte, "Hier sein, mit allem, was ist, lebendig mit einem Lächeln“. Der Text zu diesem Song sagte schon alles aus, was es braucht, um heilsame Körperresonanzen wahrzunehmen.

Die 6. internationale Jahrestagung von Singende Krankenhäuser e.V. vom 5.-7.4.2019 in der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen stand unter dem Thema „Musik-Embodiment-Körperresonanz - wie Singen uns hilft, in Einklang zu kommen“. War es das Thema, das Singen, die Gemeinschaft? Gewiss alles zusammen trug zur herzeröffnenden Atmosphäre bis zu Glücksgefühlen bei. 160 Teilnehmende kamen an diesen besonderen Ort, die altehrwürdigen Heiligenfelder Kliniken, gut geeignet, das zehnjährige Bestehen von Singende Krankenhäuser e.V. zu feiern – hier, wo das Singen, künstlerische und bewegungstherapeutische Verfahren seit jeher zentraler Bestandteil des Therapieangebotes sind. Wirklich ein Glück, dabei zu sein, viele berührende Momente durch und in den Liedern, das Wiedersehen vieler lächelnder Menschen, die sich auch alle freuten, ein großes „Hallo“, als wir am Freitag Mittag zusammenkamen.

Die Vorträge stopften manche Wissenslücke, machten neugierig; vor allem fand ich in den Resümees ein großes „Ja, genau darum“, Bestätigung für die Kraft und die Bedeutung des heilsamen Singens, wie es auch Elke Wünnenberg in ihrer Begrüßung sagte: „Wir (Anm. TJ: SiKra) sind angekommen im deutschen Gesundheitswesen, werden gehört und wahrgenommen“. Dr. Karl Adamek, Pionier und Wegbereiter des Heilsamen Singens und von SiKra - viele hatte sich gerade auf ihn gefreut - konnte aufgrund schicksalhafter familiärer Gründe nicht dabei sein. Er kam mit einem persönlichen ebenso dankbaren wie mutmachenden Gruß zu Wort.

Der Neuro- und Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Tobias Esch ging in seinem unterhaltsamen Eröffnungsreferat „Die bessere Hälfte“ (wie im gemeinsam mit Eckart von Hirschhausen verfassten gleichnamigen Bestseller) auf die wieder ansteigende Glückskurve jenseits der 40 ein und widerlegte damit nicht nur seinen Optiker, der behauptet habe, der Mensch sei nur für die ersten 40 Jahre gemacht, danach sei er vor allem auf fremde Hilfe angewiesen. Esch bezog sich auf das wunderbare Gedicht „Glück“ von Peter Haertel: „Nichts mehr, was dich treibt, nichts mehr, was dich hält auf den Hügel hinauf. Und so lange nach innen singen, bis die Stimme dich aufhebt und mitnimmt“. Es gebe drei Arten von Glück: Die erste Art des Glücks ist in diesem Modell das HIN zu Peak Moments, der unmittelbaren Lustbefriedigung, dem Erklimmen von Gipfeln. Die zweite Art bestehe in der Vermeidung von Unglück, dem „WEG“. Die dritte, erst neuerdings in der Forschung anerkannte Art des Glücklich-Seins, sei das Genau-richtig-SEIN, die Kohärenz - genau das, was viele Teilnehmende in Singgruppen und auch ich selbst immer wieder im Singen erleben.

Jodeln in der Pause mit Doro Heckelsmüller

In den weiteren Vorträgen erläuterten Thomas Fuchs, Barbara Gindl und Stefan Kölsch Erkenntnisse aus ihren Forschungen zum Zusammenhang von Musik, Gefühl und innerer Antwort (Resonanzerleben).

Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs aus Heidelberg gab einen fundierten Ein- und Überblick in die Natur von musikalischen Resonanzphänomenen. Er erläuterte, wie Resonanz physikalisch und musikalisch entsteht, wie sie immer mehr ist als nur Manipulation oder Projektion und wie unser Selbst dabei mitklingt, wenn wir singen oder tanzen.

"Anklang finden" war auch Thema des Folgevortrages der Schweizer Dozentin und Musiktherapeutin Barbara Gindl, Autorin des viel beachteten Buches „Anklang – Die Resonanz der Seele“. Sie berichtete informativ, aber zugleich berührend und amüsant aus ihrer Arbeit mit bindungsgestörten Kindern und Jugendlichen. Es war beeindruckend, wie sie feinfühlig und behutsam auf zarte Anklänge ihrer Gegenüber eingeht und wie sie uns die heilsame Haltung der Resonanzbereitschaft noch einmal lebendig an Fallbeispielen mit Videos verdeutlichte.

Bernd Braun (rechts)

Prof. Dr. Stefan Kölsch, Hirnforscher und Musikwissenschaftler, derzeit an der Uni Bergen/Norwegen, referierte via Skype aus seinem Buch „Good Vibrations“ und zeigte anschaulich, welche Bereiche des Gehirns beteiligt sind, wenn wir Musik hören. Er bestätigte die Ausführungen der Vorredner aus neurologischer Sicht. Für die Musiktherapie von besonderer Bedeutung betonte er die Erkenntnis, wie sich die Hirnbereiche für Spaß/Spiel und Schmerz überlappen. Dies erkläre, warum sich Schmerzempfindungen beim Hören von Musik, um so mehr beim Singen oder anderem aktiven Musizieren reduzieren.

Leider musste Robert Sawilla krankheitsbedingt seinen Vortrag zum Morbus Parkinson (und den Workshop) kurzfristig absagen. Dafür aber gaben Bernd Braun von „Parkinson bewegt“ und Elke Wünnenberg einen beeindruckenden Einblick in die Möglichkeiten, dieser Krankheit singend zu begegnen!

Friederike Wortmann, Silvia Abegg, Gabriele Schmidt (v.l.)

Die spannenden Impulsvorträge wechselten sich in bewährter Weise ab mit Workshops, die körperliche Aspekte fokussierten. Z.B. gab Carina Eckes Einblick ins Meridian-Singen nach der Sintala-Methode, die Qi Gong mit Singen verbindet. Rhythmiklehrerin Friederike Wortmann weckte mit angemessenen Übungen unsere Körper. Die Schauspielerin Gabriele Schmidt gab tolle Spielimpulse. Silvia Abegg lud zum Singen mit Menschen mit Demenz ein, dass es nur so Freude machte. Sabine Rittner führte uns in mögliche Wege ein, beim Singen in eine wohltuende Trance zu kommen. Und vieles andere mehr ...

Rolf Grillo, Vera Kimmig

Am guten Schluss der Tagung stand der Workshop des Rhythmik-Lehrers Rolf Grillo aus Freiburg, mit „Rhythmus-Spielen aus aller Welt“ (so der Titel seiner Spiele-Sammlung). Manches durchaus anspruchsvoll, aber immer mit einer großen Laune, irgendwann und zwischendurch lustvoll zu scheitern. Das hat einfach nur Spaß gemacht und gab viele wichtige Impulse für das Arbeiten in Gruppen.

Auch das Feiern und das gemeinsame Singen kamen nicht zu kurz. Der runde Geburtstag "10 Jahre SiKra" wurde Freitagabend mit Sekt, leckerem Fingerfood und einem Open Space gefeiert. Dass SiKra auch tanzen kann, konnte man dann in der Disco im Nebenraum erleben.
Am letzten Abend durfte selbstverständlich die Liedernacht nicht fehlen, als die SiKra-Allstars „WoKa“ (Wolfgang und Katharina Bossinger), Heino Debus und „JoDa“ (Joachim Goerke und Daniela Sauter de Beltré) solistisch und zum Mitsingen aufspielten. Neue Stimmen und Töne gab es von Angela Brantzen aus Darmstadt und Benjamin Penna aus Landau. Wie schön! Auch von Euch wollen wir gerne mehr hören!

Wolfgang Baumgärtner (2. Vorsitzender SiKra), Kordula Voss (rechts, Moderatorin)

So ging eine großartige Tagung zu Ende, die sich für mich sehr rund und wohlig anfühlte. Die Organisatoren hatten glückliche Hände mit ihren Einladungen, abgesehen von den bedauerlichen Absagen von Karl Adamek und Robert Sawilla. Der Geschäftsführerin Sonja Heim, dem erstklassigen Vorstand, den vielen fleißigen Helfenden und der großartigen Kordula Voss - die wieder einmal wunderbar und unnachahmlich charmant die Tagung moderierte - ein dreifach getöntes großes DANKESCHÖN.

Die nächste Mitgliederversammlung soll am 28. März 2020 stattfinden und zwar an dem Singenden Krankenhaus, der Asklepios Schloßberg Klinik im hessischen Bad König, die nächste Jahrestagung im April 2021.

P.S.: Und noch ein persönliches Dankeschön für zehn Jahre SiKra: Als ich vor zwölf Jahren die Weiterbildung bei Wolfgang und Katharina absolvierte, war mir ziemlich schnell klar, dass das "Sikralinische Chanten" meine Berufung sein würde. Was ich bei dieser Form des Singens erlebte, war mir bis dahin unbekannt. Diese Tiefe und Intensität hat mich einfach umgehauen. Ich war tatsächlich sofort infiziert. „Just sing - when we sing, we fall in love“ - ich meine in diesem Song damit dieses tiefe Gefühl, dass ich nicht anders als „Liebe“ benennen kann, eine Kraft, die seitdem immer da ist, immer um mich herum ist und hoffentlich immer da sein wird. Ich bin Euch, Wolfgang und Katharina, unendlich dankbar, dass Ihr mir wie unzähligen anderen diesen Raum geöffnet haben. Und Ihr habt letztlich ja auch nur weitergegeben, was Ihr erfahren habt. Ihr habt es aufgegriffen und die Welle in Gang gebracht.". Es erfüllt mich immer wieder zutiefst, die Wirkung des Heilsamen Singens zu erleben, in meinen Gruppen und anderswo. Jede und jeder von uns erlebt es immer wieder, wie Herzen sich öffnen, Schönheit und Liebe herausströmen und Frieden schaffen. Selbst überzeugteste Nicht-Singer können sich der Kraft nicht entziehen.

links: Thomas Jüchter

Ich bin überzeugt davon, dass unsere Arbeit, wie Yehudi Menuhin als Schirmherr von Il canto del mondo gesagt hat, ein wertvoller Beitrag zum Frieden zwischen den Menschen leistet und damit auch zum Erhalt der Schöpfung und unseres Planeten. Das Singen macht uns menschlich; „Humanität“ und „Humus“ sind ein Wortstamm und die „Hum“ bedeutet im Sanskrit „Vereinigung“. Ich bin sehr glücklich, Teil dieser Familie zu sein, hier und da meinen Beitrag leisten zu können und wünsche uns und dem Gesundheitswesen, dass sie weiter wächst und wächst zu einem großen Ganzen.

Thomas Jüchter
Dipl.Musiktherapeut/FH-NL (DMtG)
Singleiter (SiKra)
www.cantokreise.de

Fotos: Hildegard Grooterhorst                                          Weitere Fotos und Informationen auf der Jahrestagungsseite


„Singen als Lebenselexier und Gesundheitserreger“

Workshop mit Elke Wünnenberg

Elke Wünnenberg (links), Dr. Matthias Krüger, Leiter der Tagesklinik (Mitte, mit Gitarre)

Auf Einladung der Psychiatrischen Tagesklinik Friedrichshafen hat Elke Wünnenberg am 29. und 30. März 2019 "Eine Einführung in gesundheitsfördernde Formen des Singens in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen" gegeben.

Am 22. April 2019 erschien dazu ein Online-Artikel in "schwäbische" mit dem Titel "Auf dem Weg zum 'Singenden Krankenhaus'":

"Die „heilsame Kraft des Singens“ bewusst mehr in dem Gesundheitssystem nutzbar zu machen, hat sich der Verein „Singende Krankenhäuser“ zur Aufgabe gemacht. Die erste Vorsitzende des Vereins, Elke Wünnenberg, Psychologische Psychotherapeutin und Musikpädagogin, hat auf Einladung der Psychiatrischen Tagesklinik Friedrichshafen einen Workshop zum Thema „Singen als Lebenselexier und Gesundheitserreger“ gegeben.

Lieder, Töne, Melodien – sie erreichen die Menschen oft mehr als Worte, ist dem Pressetext zu entnehmen. Sie berühren und bewegen. Musik gehört zum Menschen. In allen Kulturen wird gesungen, in allen Kulturen spielen Rhythmen, Tänze und Lieder eine zentrale Rolle, wenn es gilt, Menschen in schweren Zeiten zu begleiten, ihnen zu helfen, Übergänge im Leben zu meistern, aber auch, ihnen ein Medium zu geben, ihre Freude auszudrücken, sie zu stärken, ihnen Mut zu machen. Elke Wünnenberg hat die 30 Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes „beseelt“ nach den zwei Tagen wieder in ihre jeweilige Wirkungswelt entlassen, wo sie die heilsame Kraft des Singens ihren jeweiligen Klienten zugutekommen lassen wollen.

Es ist – angesichts mancher schlimmer Beschämungssituation in der Schulzeit – oft gar nicht so einfach, Menschen dazu zu bringen, sich aufs Singen und Tönen einzulassen. Wenn es aber gelingt, kann man es kaum verhindern – so auch die neurophysiologische Forschung dazu – dass es „der Seele gut tut“. Das „Alarmsystem“, das in alten Hirnstrukturen lokalisiert ist und dessen Aktivierung nicht immer als solches bewusst sein muss, reagiert auf die Rhythmen und Töne mit dem Erleben von „Sicherheit“. Eben weil die Menschen sie „schon immer in sich haben“.

Insofern passte der Workshop exzellent zum therapeutischen Konzept der Tagesklinik, das versucht, die Menschen in ihren Sorgen, Ängsten und Nöten zu verstehen und ihnen Werkzeuge in die Hand zu geben, „da wieder raus zu kommen“. Musik und Singen helfen dabei. Manchmal sind sie gute Geländer auf diesem Weg, manchmal sogar der Weg selbst, heißt es abschließend in dem Pressetext."


7. "Singender Umzug" durch die Uniklinik Köln

Aus erster Hand:

"Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Uniklinik Köln feierten zusammen mit Musiktherapeuten und Singleitern unseres Netzwerks WIEVERFASTELOVEND.

Singend, tanzend das Leben in Verbundenheit feiern - die Lebenslust "schwappte" während unseres Umzuges wieder auf zahlreiche Patienten, Besucher und Mitarbeiter über, die spontan mit uns tanzten, sich im Krankenbett auf dem Weg zum OP von uns feiern ließen und uns dirigierten - und so voller Endorphine weiter zum OP fuhren, wiederholt mit dem Rollstuhl unser Spalier ("Patienten ALAAF!!" x3) voller Vergnügen passierten ... Unzählige schöne, berührende Momente, für die wir dankbar sind.

Ganz herzlichen Dank an Helmut Metten für die großartigen Fotos, an Monika Ananda Wiese, Bärbel Kükenshöner, Hildegard Grooterhorst, Michael Meza, Martin Herrmann und Norbert Hermanns für die Organisation und Durchführung sowie den unzähligen Helfern wie Claudia Weber für die Süßigkeiten, Kamelle und Blumen für die Patienten und Mitarbeiter, die wir unterwegs trafen und Kordula Voss, die eigens für den Umzug aus Berlin angereist ist ..."

von Norbert Hermanns