"Singen ist wie eine gute Medizin"

Asklepios Schlossberg Klinik wird als erstes „Singendes Krankenhaus“ in Hessen zertifiziert

Bei der Zertifikatsübergabe: Katharina Bossinger, Geschäftsführer Ulrich Schultz, Musiktherapeut Joachim Nolden, Chefarzt Dr. Michael Hartwich, Musiktherapeut Stephan Koslik, v.l.

Am 9. August 2018 stand ein besonderes Ereignis an: In Hessen wurde mit der Asklepios Schlossbergklinik in Bad König das erste Singende Krankenhaus ausgezeichnet. Die Ehrenvorsitzenden Katharina und Wolfgang Bossinger überreichten - mit der Sonne um die Wette strahlend - die Urkunde und luden die Anwesenden mit Gitarre und musikalischer Begeisterungsfähigkeit zum gemeinsamen Singen ein. Wie sich der Tag im einzelnen gestaltete und wie das Singangebot an diesem Akutkrankenhaus für neurologische Frührehabilitation umgesetzt wird, erfährt man beim Weiterlesen:

"Es darf gesungen werden. Überall, und warum nicht auch dort, wo es auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, wie in einem neurologischen Krankenhaus für Frührehabilitation, einem Krankenhaus mit schwerst erkrankten Patienten. Aber gerade dort wird die heilende Wirkung des Singens besonders spürbar: Singen ist einfach, zeigt aber große Wirkung! Was liegt also näher, dies auch offiziell zum Programm zu erklären, dachte sich Musiktherapeut Stephan Koslik von der Asklepios Schlossberg Klinik in Bad König.

Zur Zertifikatübergabe mit gemeinsamem Singen kamen neben Mitarbeitern aus allen Bereichen der Klinik auch Patienten, Angehörige, Bürger und Sänger aus Bad König und Umgebung und auch Gäste, die eine offizielle Auszeichnung für die Einrichtung mitbrachten. „Jetzt sind es 33 Krankenhäuser die bundesweit dem Verein Singende Krankenhäuser e.V. angehören. Sie sind die erste Klinik in Hessen“, überreichten Katharina und Wolfgang Bossinger, Ehrenvorsitzende und Begründer des internationalen Netzwerkes, die Urkunde an Geschäftsführer Ulrich Schultz, Chefarzt Dr. Michael Hartwich und die beiden Diplom Musiktherapeuten Stephan Koslik und Joachim Nolden.

Wolfgang Bossinger leitet das gemeinsame Singen an

Von der therapeutischen Wirkung des gemeinsamen Singens ist auch Chefarzt Dr. Michael Hartwich überzeugt: „Gesungen wird in unserer Klinik schon seit über 20 Jahren. Als Teil eines internationalen Netzwerks gehen wir jetzt in die Offensive und nehmen auch Angehörige und Besucher der Klinik oder singfreudige Menschen aus Bad König und Umgebung mit.“

„Singen erschließt neue Zugangswege zum Patienten“, stellte Stephan Koslik anhand von Videoaufzeichnungen Beispiele aus dem Klinikalltag in der neurologischen Frührehabilitation vor. Bereits auf der Intensivstation, auch bei beatmeten Patienten, wird im Rahmen der Musiktherapie mit den Patienten gesungen. Das Lächeln, die funkelnden Augen und der Arm, der im Takt mitgeht: Schwerst erkrankte Menschen „fühlen sich durch das Singen schneller verbunden, genießen den Moment der Gemeinsamkeit“, zählte der Musiktherapeut die Vorzüge auf.

Bei Sprachstörungen, zur Regulation der Atmung, Gedächtnisstörungen, depressiven Entwicklungen, Ängsten und anderen neurologischen Erkrankungen, ist Singen ein wichtiger Wirkfaktor der Therapie. Singen schult die Empathie, fördert Lebensfreude und stärkt das Immunsystem. Dies wird durch neuere Forschungen bestätigt.

Beeindruckend, wie ein Patient sein Gefühl beschrieben hat: „Für mich ist Singen, als wenn mitten in der Nacht die Sonne aufgeht.“"

Pressetext 20.08.2018/SE

Presseartikel in echo-online von Birgit Reuther


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