5-jähriges Jubiläum im Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen

Festlich und mit viel Spaß wurde gefeiert

v.l.: Michael Eichhorst, Gerlinde Kretschmann und Verena Gebien

Vor fünf Jahren wurde das Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen als erstes in der ZfP-Reihe mit dem Zertifikat "Singendes Krankenhaus" von Gerlinde Kretschmann persönlich ausgezeichnet.
Da sich das überaus beliebte "Singen wie im Himmel" unter Daniela Sauter de Beltré und Andrea Käpernik fest im Klinikalltag etabliert hat, wurde sein 5. Geburtstag groß und freudig gefeiert, wieder mit unserer Schirmherrin Gerlinde Kretschmann - und übrigens souverän organisiert von der Sozialmanagerin Verena Gebien.

Egal ob Gastrednerinnen, Leiter des Psychiatriezentrums, Gäste, Patienten oder auch Schirmherrin: Sie alle ließen sich von Daniela Sauter de Beltré dazu animieren, einen Kreis zu bilden und mitzusingen. So erhielten alle einen unmittelbaren Einblick in die musik- und singtherapeutische Arbeit von Daniela Sauter de Beltré. Bereits die Festhalle des ZfP war so hergerichtet, wie es die Patienten und Patientinnen bei "Singen wie im Himmel" antreffen:

Ein Stern liegt in der Mitte des Raumes, darauf griffbereit verschiedene Rhythmusinstrumente. Die Stühle sind im Kreis angeordnet.
"Eine fünf Jahre tiefe und nachhaltige Arbeit", würdigte Michael Eichhorst, Geschäftsführer der Psychiatriezentren in Emmendingen und Calw, das "Singende Krankenhaus". Das ging dann gleich in medias res, als Daniela Sauter de Beltré zum Mitsingen einlud nach dem Motto "Singen ist Medizin".

Stephan Schieting, medizinischer Direktor des Krankenhauses, kam gerade von einem Kongress in Berlin, bei dem es darum ging, wie der Personalbedarf in einem Krankenhaus ermittelt werde und wie viel Zeit dann für jeden einzelnen Patienten übrig bleibe, wie er sagte. Für einen Patienten gehe es eben nicht darum, nur die Anordnungen zu erfüllen, sondern auch "ohne Druck durch die therapeutische Begleitung zu sein." Das "Singende Krankenhaus" passe in den Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts. Das gemeinsame Singen gebe das Gefühl von Zusammengehörigkeit, Freude und Entspannung, sei also Balsam für Körper und Seele. Stephan Schieting erzählte von einem Patienten mit schweren Depressionen, der gesagt habe: "Musik tut mir unheimlich gut." Inzwischen singe der Mann in einem Freiburger Chor.

In einer Videobotschaft überbrachte der Arzt, Kabarettist und Autor Eckart von Hirschhausen seine Grüße zum Jubiläum. Er ist wissenschaftlicher Beirat des Vereins Singende Krankenhäuser. "Singen als Heilmittel verbindet", sagte er und verwies auf die alten Griechen, die im Zwerchfell den Sitz der Seele vermuteten. Gleichzeitig warnt er als studierter Humanmediziner: "Das Humane geht immer mehr vor die Hunde." Daher rate er auch zum Singen: "Froh zu sein, bedarf es wenig. Und wer froh ist, ist ein König."

Elke Wünnenberg, Vorsitzende der Singenden Krankenhäuser führte in Ihrem Festvortrag das aufmerksame Publikum in die Polyvagaltheorie (poly= viel, vagal= den größten Nerv des Parasympathikus, Bestandteil des vegetativen Nervensystems, betreffend). Gemäß der bahnbrechenden Erkenntnisse des amerikanischen Wissenschaftlers Stephen Porges (2010, 2017) gibt es eine evolutionäre angelegte neurophysiologische Verbindung zwischen Herz und Gesicht. Sie ist die Grundausstattung, um uns zu Kontakt und emotionalen Austausch zu befähigen. Ist der "ventrale Vagus" aktiviert, erleben wir uns verbunden und lebendig, hören wir auf, nur zu funktionieren oder zu kämpfen. Singen ist wie eine Hotline zu diesem Teil des vegetativen Nervensystems. Es bahnt den Weg, uns mit offenem Herzen zu begegnen und Zugang zu unseren Selbstheilungskräften zu bekommen. "Singen wird so zum Gesundheitserreger." Wovon alle im Festsaal auch Gebrauch machten. Herzlichen Glückwunsch und noch viel Freude beim Singen!


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