"Hospiz in Frechen" als Singende Gesundheitseinrichtung zertifiziert

Das Hospiz in Frechen e.V. lud am 28.10.2018 zu einem Mitsingtag der besonderen Art ein. Anlass war die Überreichung der Zertifizierungsurkunde als "Singendes Hospiz", das zweite überhaupt in unseren Reihen neben dem Gemeinschaftshospiz Christophorus in Berlin. Die Zertifizierung selbst war eingebettet in ein tagesfüllendes Programm, das die langjährige Mitarbeiterin, Musiktherapeutin und Singleiterin Carmen Schröder-Meißner zusammen mit der Hospizleitung Beate Krieger-Spohr auf die Beine gestellt hatte. Von der Auszeichnung sollten auch vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer profitieren, so dass der Tag mit einem Workshop zur Integration des Singens in die Betreuung schwerkranker Menschen unseres Ehrenvorsitzenden Norbert Hermanns begann. Anschließend wurde feierlich die Urkunde überreicht und mit dem Schwung des Workshops endete der Tag in einer sehr stimmungsvollen öffentlichen Mitsingveranstaltung. Carmen Schröder-Meißner fasst diesen besonderen Tag hier wie folgt zusammen:

"Hospiz singt"

Norbert Hermanns, Carmen Schröder-Meißner, Susanne Stupp

unter diesem dem Motto veranstaltete der ambulante Hospizdienst Frechen e.V. am 28.10.2018 einen Workshoptag für ehrenamtlich Mitarbeitende sowie für Mitglieder und Freunde des Vereins. 30 Teilnehmer/innen erlebten an diesem Tag die wohltuende, nährende und gemeinschaftsstärkende Wirkung des heilsamen Singens.

Norbert Hermanns, Musiktherapeut an der Uniklinik Köln und Ehrenvorsitzender der Initiative „Singende Krankenhäuser e.V.“ leitete diesen Workshop und es gelang ihm in seiner einfühlsamen und kompetenten Art, den Teilnehmer/innen einen bewussteren Zugang zu ihrer Stimme zu eröffnen. Sie erfuhren ihren Körper als schwingungsfähiges „Instrument“ und spürten Musik als Sprache der Gefühle. Die Teilnehmer erkundeten neue Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Stimme und bekamen so wertvolle Impulse, um sich besser auf sterbende Patienten einschwingen zu können. Hierbei entstand ein starkes Gemeinschaftsgefühl und eine Atmosphäre von Tiefe und Leichtigkeit.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv. Manche ehrenamtlich Mitarbeitende fühlten sich ermutigt und bestärkt, das Singen und das Tönen nun stärker in ihr Leben zu nehmen. In der Begleitung von Menschen mit Demenz, in Form eines „Nachmittages der Begegnung“ im Rahmen unseres Hospizangebotes, hat das Singen von vertrauten Liedern, sowie neuen, heilsamen Liedern, schon eine lange Tradition.

Weitere Rückmeldungen waren sehr persönlich und berührend. Eine Teilnehmerin meldete zurück „Ich hatte zu Beginn sehr gemischte Gefühle - kam auch in sehr bedrückter Stimmung hierin - bin aber erstaunt, welche Leichtigkeit ich jetzt in mir habe, der Tag war sehr beeindruckend für mich.“ Eine andere Teilnehmerin berichtete von ihren starken Nacken und Kopfschmerzen, die sie seit Wochen plagen. „Nach dem heutigen Tag spüre ich kaum Schmerzen, ich bin sehr überrascht und weiß nicht, was ich davon halten soll.“ Eine weitere Teilnehmerin sagte: „Ich nehme einige Anregungen des Tages mit in meine Beziehung und habe einige wertvolle Rückschlüsse ziehen können.“

Norbert Hermanns und Gäste des Mitmachkonzerts

Krönender Abschluss des Workshoptages war ein Mitmachkonzert für die Öffentlichkeit, dessen Höhepunkt die Zertifizierung unseres ambulanten Hospizdienstes als „Singende Gesundheitseinrichtung - Singendes Hospiz“ war.

Die Bürgermeisterin von Frechen, Susanne Stupp, eröffnete die Veranstaltung mit motivierenden, persönlichen Erfahrungen zur Kraft des Singens bei Menschen mit Demenz. Norbert Hermanns würdigte anschließend das Engagement des ambulanten Hospizdienst in Frechen. „Die Mitarbeiter stehen den Sterbenden in ihren Ängsten bei, sind ihnen nah und umhüllen sie u.a. singend mit einem klingenden Mantel der Fürsorge.“ Anschließend erläuterte er in einem kurzen Impulsvortrag die möglichen Wirkungen des Singens und die Idee von „Singende Krankenhäuser e.V.“ Dies mündete in das gemeinsame Singen, in das die Anwesenden direkt einstimmten. Viele der Lieder waren den Workshop-Teilnehmer/innen ja schon bekannt, sodass es für die anderen Besucher leicht war, sich von der Energie und der Stimmung der Lieder mitreißen und mittragen zu lassen. Es war ein wunderbares, gelungenes Mitmachkonzert, bei dem sich einige Besucher auch spontan zu manchen Liedern im Raum bewegten, und mit ihrer Begeisterung und Freude die anderen ansteckten. Das Lied, „Eines schönen sonnigen Tages, fliege ich heim. Fliege ich wie ein Adler, fliege ich heim“ wurde an diesem Abend zu „unserem Hospizlied“ auserkoren.

Wir als ambulanter Hospizdienst sind sehr stolz, dass wir zu dem Netzwerk von „Singende Krankenhäuser e.V.“ dazugehören dürfen und damit auch nach außen unsere Haltung, unseren Facettenreichtum und unsere Wirksamkeit sichtbar machen können.

Carmen Schröder-Meißner
Musiktherapeutin

Fotos: Simon Wiener


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