Elke Wünnenberg erhält Stiftungspreis der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung

„Die Macht der inneren Bilder“

Vera Kimmig, Dr. Christian Jung (HUS), Elke Wünnenberg, Dr. Jürgen Weber (HUS), Bernd Braun, Stephanie Heinze (HUS), Dr. Mareike Schwed, Anton Bonnländer (HUS), Gabriele Schmidt

Die Wahl des Titels bringt es auf den Punkt: Bilder sind mächtig. Vielleicht insbesondere dann, wenn man-frau sich nicht dessen bewusst ist, dass es überhaupt innere Bilder gibt und welche Wirkkraft sie haben. Denn: Welche Bilder pflegen wir mit uns selbst und im Umgang mit Menschen, deren Erscheinungsbild dem definierten klinischen Bild einer Parkinsonerkrankung gleichkommt?

Das Miteinander von über hundert „Parkinsonpatienten“, scheinbar „Gesunden“ „Mehrfachbehinderten“ und „Mehrfachnormalen“ in einem ansprechenden Symposium-Programm aus Fachvorträgen, Workshops, künstlerischen Darbietungen und freier Begegnungszeit hat wieder einmal in Bad Segeberg einen wertvollen Erfahrungsraum und wichtige Bewusstseinsarbeit geleistet.

Auf der einen Seite wurde deutlich, wie sehr wir in Bildern verhaftet sind, die sich bereits in ersten Sprachwendungen wie „der Patient leidet an einer Erkrankung“ zeigen. Auf der anderen Seite wurde spürbar, wie stark wir innere Bilder als positive Kräfte in uns nutzen können. So wie es uns Frederick die Maus, in dem berühmten Kinderbuch von Leo Lionni vorlebt: gute Erfahrrungen tief in uns aufzunehmen zu können, zu bewahren und in Notzeiten als innere Kraftquelle für uns und andere lebendig werden zu lassen… .

Stephanie Heinze (Geschäftsführung HUS), Elke Wünnenberg, Anton Bonnländer (stellv. Vorsitzender Stiftungsbeirat HUS). Er hielt die Laudatio.

In ihrem Vortrag erläuterte Elke Wünnenberg, Vorstandsvorsitzende von Singende Krankenhäuser e.V. beispielsweise, wie Menschen über innere Bilder aus Stressregulation kommen und sich Kraftquellen aus dem eigenen Selbst erschließen können: um Bewegungsstörungen zu überwinden, Motivation zu schöpfen und Sinn zu erfahren. Dabei ging sie auch darauf ein, wie positive innere Bilder sich in der Lebensbiografie verankern und wie das Singen von Liedern nach dem Konzept der Singenden Krankenhäuser e.V. dies fördert.

In medizinischen Studien schillern diese Kräfte am deutlichsten bei sogenannten Placebo-Studien durch. Interessant, dass unter bestimmten Kontexten nichts mehr so ist, wie es eigentlich ist: gebeugte Haltungen strecken sich zu aufrechten, ausladenden Theatergesten, gefühlte Schwere wird beim Tanzen zu zweit verbunden mit einem chinesischen Essstäbchen zu Leichtigkeit, bis zur Kurzatmigkeit Erstarrte finden im Singen zu großem Stimmausdruck und Selbstwirksamkeitserleben. Kurzum: Freeze wird zu Flow…

"Ich kann dreistimmig singen. Laut, falsch und mit Begeisterung"

Wenn Kunst die Medizin trifft und umgekehrt, dann wird lebbar, wonach wir uns alle sehnen: mehr zu sein als Erkrankung, Möglichkeiten außerhalb medikamentöser Therapien zu sehen, gefühlte oder tatsächliche Isolation und Ohnmacht zu überwinden und und und…

In den Teilnehmerinnen wie Referenten und Veranstaltern ist die Absicht genährt worden, diese Segeberger Ideen und Erfahrungen ins Gesundheitssystem hineinzutragen. Gemeinsam sollen die Weichen für eine partizipative, sinn- und beziehungsstiftende würdevolle Ganzheitsmedizin im Gesundheitswesen gestellt werden. Für weitere Informationen und Dokumentation des Symposiums sei auf die Homepage der Initiativen verwiesen:

Vera Kimmig, Gabriele Schmidt, Elke Wünnenberg, Stephanie Heinze (v.l.)

Mit der Preisverleihung des mit 10.000 Euro dotierten Stiftungspreises der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung an Elke Wünnenberg, Psychologische Psychotherapeutin, Musikpädagogin und Vorsitzende des Vereins „Singende Krankenhäuser“ ist wieder ein Meilenstein auf der gemeinsamen Reise gesetzt worden. Die Preisträgerin erhielt die Auszeichnung auf dem Segeberger Symposium in Anerkennung

  • ihres großen Engagements für den Verein Singende Krankenhäuser e.V.
  • ihres konsequenten Eintretens für künstlerisch aktivierende Verfahren zur Therapie chronischer Krankheiten
  • ihrer wissenschaftlichen Darstellung und methodischen Aufbereitung der Singgruppenarbeit für den Gesundheitsbereich.

Herzlichen Glückwunsch und ganz bestimmt auf Wiedersehen, lieber Bernd und Christine Braun. Was für eine intensive, professionell organisierte und bewegende Symposiumszeit. Ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligte!!!


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