Der singende und klingende Widdelhof wurde zertifiziert

- als erstes „Singendes Altersheim“ in Niedersachsen

Dr. Wolfgang Baumgärtner (2. Vorstand Singende Krankenhäuser e.V.), Rike-Leona Rupprich (Assistentin Geschäftsleitung), Lena-Marie Hormann (Leiterin Altenheim), Annemarie Renken-Schumann (Singleiterin), v.l.

Am 12. Juli 2018 besuchte unser 2. Vorstand Dr. Wolfgang Baumgärtner das überaus schön gelegene und angelegte Seniorenheim „Widdelhof“, ein Haus der „tegeler Pflege und Gesundheit“-Gruppe in Rehburg-Loccum. Eingebettet in ein Gartenfest überreichte er bei sommerlichen Temperaturen und heiteren Gemütern die Urkunde „Singendes Altersheim“ an die Verantwortlichen vor Ort und berichtet folgendermaßen von seinen persönlichen Eindrücken:

„„Hier ist gut sein“ - und „Wo man singt, da lass dich fröhlich nieder“ - das ging mir vergnügt durch den Sinn, als ich das Gelände des Widdelhofes betrat. Ein warmer Sommerabend im blumenreichen und von Obstbäumen erfüllten Garten des ehemaligen Bauernhofes in Winzlar/ Bad Rehburg-Loccum: An Tischen sitzen viele alte Menschen, selbstständig wirkende und Rollstuhlfahrer, bunt gemischt…

Ich zitiere aus der website:
'Der Widdelhof ist ein bäuerliches Anwesen aus dem Jahr 1884. Von 1990 bis 1993 wurde der Hof zu einer modernen Einrichtung umgebaut und in den Jahren 2000 und 2005 modernisiert und erweitert. Insgesamt verfügt er über 83 Plätze. Der ursprüngliche und besondere Charakter des historischen Anwesens mit dem Herrenhaus, der großen Fachwerkdiele, dem parkähnlichen Garten mit altem Baumbestand und den schönen Feldsteinanlagen ist dabei erhalten geblieben. Der Widdelhof ist mitten im Ortskern des idyllischen Dorfes Winzlar gelegen. Die Lage in der Nähe zum Steinhuder Meer und dem ländlichen wohltuenden Umfeld lädt zu einem entspannten und zugleich anregendem Leben in persönlicher Atmosphäre ein. Ländlich und doch zentral – mit der Bushaltestelle direkt vor der Tür gibt es eine gute Anbindung nach Rehburg, Nienburg, Hagenburg und Wunstorf.'

Auch so kann ein „Altersheim“ sein. Da das Zusammensein wie das Team unter der jungen Leitung von Frau Hormann sich - bis auf Kinder - durch alle Altersgruppen zieht, bekomme ich das Gefühl, wenn schon nicht auf einer Familienfeier - dann doch auf einem Dorffest zu sein, bei dem sich die meisten kennen und schätzen.

Nach einer kleinen Erläuterung, was es mit den Singenden Altersheimen und Krankenhäusern auf sich hat, überreiche ich die Urkunde für die Zertifizierung als (noch) einziges „Singendes Altersheim“ in Niedersachsen und schließe sie mit dem Satz: „Man/frau kann auch ohne Gesang leben - aber es lohnt sich nicht!“.

Dieser Satz gefällt auch dem örtlichen Pressemitarbeiter, der das mit einigen Fotos in der Lokalen Zeitung abdrucken will. Auch die Leitung der Tegeler-Gruppe ist durch Herrn Sven Tegeler persönlich vertreten, der sich sichtlich in der Einrichtung wohlfühlt und das Beisammensein nach vielen Schreibtischstunden des Tages genießt. Auch der Fotograf des Hauses Tegeler, Herr Lutz Bierwirth, freut sich über die prima Atmosphäre und trägt zu diesem Bericht die schönen Fotos bei.

Annemarie Renken-Schumann (Singleiterin), Sven Tegeler (Vorstand)

Aber dann kommt noch das Wichtigste: Unterstützt von unserem Mitglied, der Singleiterin Frau Annemarie Renken-Schumann an der Ukulele singen alte Menschen als erstes „Geh aus mein Herz und suche Freud“, das schöne alte Lied von Paul Gerhardt - dafür brauchen viele das vorbereitete Liedblatt nicht, sie können es auswendig. Ich bekomme den Eindruck, sie singen für sich selbst und die anderen - und für mich. Okay, es gibt auch nur Zuhörende, aber nicht mürrisch. Und zwei um die 90-Jährige singen voller Begeisterung, dass es eine Lust ist, ihnen zuzuhören und zuzuschauen … klar singe ich mit und gebe gerne auch noch auf Bitten ein Blockflötensolo dazu. Frau Renken-Schumann ist zertifizierte Singleiterin für Seniorenheime; sie erklärt begeistert, wieviel Freude es ihr macht, ihren Beruf als Grundschul- und Musiklehrerin auf diese Weise noch fortführen zu können …

Dr. Wolfgang Baumgärtner

Klar doch, dass der Pflegedienstleiter dann leckere Bratwürstchen grillt, die zu einem feinen, von der Heimküche selbst hergestellten Kartoffelsalat gereicht werden. Alle essen wir draußen, auch die, welchen das Essen gereicht werden muss. So kann ich mich kurz an allen Tischen vorstellen, befrage einige BewohnerInnen, wie sie sich hier fühlen „ …na prima, …schon schön hier, …auch gutes Essen, …die Pflege ist sehr lieb…“ usw. So darf ich per alkoholfreiem Sekt mit einigen auf ihre schöne Bleibe anstoßen und ihnen so weit möglich, Gesundheit und Zufriedenheit wünschen, kenne ich doch als 25 Jahre lang praktizierender Arzt für Allgemeinmedizin auch andere Verhältnisse… Es wundert mich nicht, dass der Medizinische Dienst Bestnoten für den Widdelhof vergab!"

Fotos: Lutz Bierwirth

Presseartikel: Die Harke, Tageszeitung für den Landkreis Nienburg, 24.07.2018, Lokalredaktion
Die heilsame Kraft des Singens erleben


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