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SiKra-Mitgliederversammlung 2016

"Willkommen Kai, herzlichen Dank Norbert - und weiter so!"

links: Kai von Lünenschloß, Vera Kimmig

Bericht von Monika Wiese

Am 16. April fand die jährliche Mitgliederversammlung in Bad Waldsee statt – ca. 40 Mitglieder und Gäste waren der Einladung in das schwäbische Gesundheitsstädtchen gefolgt. Gastgeber war die Akutklinik Urbachtal für psychische und psychosomatische Störungen in der Elke Wünnenberg tätig ist.

Vor dem Wort ist der Klang - so stimmte Thomas Jüchter die Angereisten mit einem beschwingten Warm Up und den ersten Liedern ein. Bei den eröffnenden Worten des Klinikleiters Dr. Reinken und des Bad Waldseer Bürgermeisters drückten beide unmittelbar aus, wie die herzliche Atmosphäre des Singens sie entstresste und neugierig auf mehr werden lies. Gerlinde Kretschmann bekräftigte mit all ihrer Begeisterungsfähigkeit, die Singenden Krankenhäuser weiter zu unterstützen und brach - ganz Schirmherrin - eine Lanze für das vorherrschende Regenwetter, was für große Erheiterung sorgte. Auch Prof. von Wahlert, der als ehemaliger Leiter der Klinik schon bei der vergangenen Jahreskonferenz mit seinem beseelten Vortrag über Resilienz seinen Einstand als Wissenschaftlicher Beirat gegeben hatte, war zu Gast. Sein großes, beherztes Engagement „Was kann ich für das Netzwerk tun?!“ sind eine echte Bereicherung - vielen Dank dafür!

Als „jüngstes Familienmitglied“, so Dr. Reinke, wurde dann die Akutklinik von Vera Kimmig als Singendes Krankenhaus zertifiziert und in das Netzwerk aufgenommen. Herzlich Willkommen - wir freuen uns mit Elke Wünnenberg und allen Patienten!

Der Vorstand: Norbert Hermanns, Elke Wünnenberg, Vera Kimmig und Sonja Heim als Geschäftleitung waren in den vergangenen Monaten wieder unfassbar fleißig, rege und kreativ. Das stetige Wachstum des Vereins erfordert, wie das bei Heranwachsenden so ist, immer wieder ein neues „Outfit“. So wurde die neue Homepage - schon die 3.! - vorgestellt. Neu ist neben der größeren Klarheit vor allem der Teilnehmer-/ Patientenbereich, der zukünftig mehr in den Blick genommen wird. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt einmal einen Blick darauf werfen.

„Singende Krankenhäuser e.V.“ hat sich in den letzten Jahren verändert und entwickelt. In den Modulen gibt es immer mehr Teilnehmer aus therapeutischen und medizinischen Berufen, über diese Resonanz freut sich der Vorstand sehr. Klarheit und Transparenz über die Inhalte und die Wirkung des heilsamen Singens nach außen zu vermitteln, das soll zukünftig noch leichter werden. Elke Wünnenberg stellte dies anhand ihrer Kurzpräsentation über Singende Krankenhäuser, Singforschung und Wirkfaktoren exemplarisch dar. Die Inhalte werden im internen Bereich online zur Verfügung gestellt und dürfen für Vorträge genutzt werden. Weitere Informationen und Unterlagen zu anderen Themenschwerpunkten (Onkologie / Altenheime etc.) dürfen gerne ergänzt werden - so bleibt die Unterstützungskultur lebendig und das Rad muss nicht laufend neu erfunden werden.

Immer wieder wurde gesungen, um Köpfe, Herzen und Sinne frisch zu halten und in Verbindung zu bleiben. Diese Qualität ist für sonst so kopflastige Sitzungen gar nicht zu unterschätzen und inspirieren, diese Kultur vielleicht auch in andere Lebensbereiche einzubringen.

Einen Einblick in die Praxis und zwei neue Module gab es in zwei Kurzworkshops.
In einem Impulsvortrag stellten Silke Kammer und Simone Willig ihr Modul „Singen, Musik und Bewegung für ältere Menschen und deren praktische Umsetzung mit besonderem Augenmerk auf „Schwerstpflegebedürftige“ vor, das im Mai in Bad Herrenalb startet. In vielen Praxisbeispielen und Übungen gaben sie Einblick, welche Veränderungen im Pflegealltag möglich sind. Außerdem zeigten sie auf, wie Musik in die Pflegeplanung integriert werden kann und in Kurzbegegnungen wirkt.

Mit Kai von Lünenschloß, ebenfalls neu im Dozententeam, begaben sich die Teilnehmer auf eine Tonfindungsreise - per Imagination zunächst nach innen und erforschten dann stimmlich Wege nach außen. TeilnehmerInnen und Gruppe wurden binnen Momenten zu einem Klangkörper und es entstanden viele berührende und v-erinnernde Begegnungen im Klingen. So war im anschließenden Feedback viel Wohlklang zu hören. Das Modul startet im Juli.

Eingebettet in so viel inhaltlichen Reichtum war schließlich die eigentliche Tagesordnung des Vereins. Norbert Hermanns hatte sich entschieden, sich nicht noch einmal für den Vorstand zur Wahl stellen zu lassen und verließ damit seine Aufgabe als 1. Vorsitzender des Vereins. Da darf eine satte Lobhudelei, und viel viel herzlicher, sehr dankbarer Beifall für sein Wirken und Voranbringen und persönliches Wachstum nicht fehlen - und sie kam!
Wolfgang Bossinger sprach auch noch einmal seinen ganzen Dank dafür aus wie selbstverständlich er damals für ihn den Posten übernommen habe, und das „Schiff“ SiKra durch die verschiedenen Herausforderungen brachte.

Wie sieht nun also der neue Vorstand aus?
Als 1. Vorsitzende wurde Elke Wünnenberg gewählt - einstimmig!
Herzlichen Glückwunsch! Sie bereichert das Netzwerk mit so viel fachlichem Input und menschlicher Feinsinnigkeit.
Als 2. Vorsitzender und neues Gesicht im Vorstand dürfen wir uns über das Wirken von Kai von Lünenschloß freuen - er bringt als Musiker, Musiklehrer, Körpertherapeut, Netzwerker und Mensch jede Menge Erfahrung und Leidenschaft mit.
Sehr herzlich willkommen!
3. Vorsitzende bleibt Vera Kimmig, mit ihrer sprühenden Art zu organisieren und zu aquirieren.
Wir wünschen Euch eine gute Zusammenarbeit!

Der Tag klang mit einem MitsingAbend in einer kleinen Kapelle von Bad Waldsee aus – eingeladen waren Patienten der anliegenden Kliniken. Die zauberhafte Akustik und improvisierte Vielfalt der Anleiter brachte diesem friedlichen, stimmigen Tag einen rund-klingenden Abschluss, bei dem Dr. Reinke von der Klinik seinen Eindruck des Tages zusammenfasste und aus seiner Erfahrung sprach, wie sehr uns das Singen in Beziehung zu bringen vermag. Wie gesagt - es darf einfach und leicht sein.

Danke für eine tolle Organisation und die familiäre, authentische Atmosphäre und die inhaltliche Fülle!

Kliniken des Landkreises Lörrach zum Singenden Krankenhaus zertifiziert

Wir sind ein „singendes Krankenhaus“

Wolfgang Bossinger, Bettina Mehlin (Pflegeklinik für Psychiatrie und Psychotherapie), Armin Müller (Geschäftsführer)

Der Betriebsrat der Kliniken des Landkreis Lörrach berichtet in seiner Ausgabe 1 / 2016 über die Zertifizierung:

Wir, die Kliniken des Landkreises Lörrach sind ein „singendes Krankenhaus“, aber, was bedeutet das?
Mit viel Gesang wurde die Zertifizierung der etwas anderen Art am 1. März um 15 Uhr in der Cafeteria des Lörracher Krankenhauses gefeiert. Der Gründer und Ehrenvorsitzende des Vereins „singende Krankenhäuser“, Wolfgang Bossinger und seine Frau Katharina übergaben in einem feierlichen Akt die Urkunde an Geschäftsführer Armin Müller und an Bettina Mehlin, die nicht ruhte, bis sie Hr. Müller davon überzeugt hat, dass das eine gute Sache ist.

Der Verein „Singende Krankenhäuser“ engagiert sich fürs Singen in Gesundheitseinrichtungen, denn Gesang stärkt Körper und Geist, ob gesund, jung, alt, krank oder beeinträchtigt. An der Psychiatrischen Klinik Christophsbad in Göppingen fing alles an: 2006 rief Musiktherapeut Wolfgang Bossinger hier eine Singgruppe ins Leben. Ein Angebot, das bei Patienten, Pflegepersonal und Medizinern großen Anklang fand. Hautnah konnten die Laiensänger erleben, wie positiv sich gemeinsames Singen auf Körper und Psyche auswirken kann.

Auf Initiative von Wolfgang Bossinger wurde 2010 das Gesundheitsprojekt „Singende Krankenhäuser e.V.“ gegründet, ein internationales Netzwerk zur Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen. Seither setzt sich der Verein für heilsame Singangebote ein – unter anderem in Krankenhäusern, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen. Musik ist die Sprache der Gefühle. Durch heilsames Singen in der Gruppe bekommen viele Menschen einen anderen Zugang zu ihrer Gefühlswelt. Zudem stärkt Singen den Teamgeist, hilft beim Stressabbau und stärkt die Gesundheit.

Bettina Mehlin, Krankenschwester in der psychiatrischen Abteilung in Schopfheim und Betriebsrätin leitet die Singgruppe für PatientInnen, ehemalige PatientInnen, Angehörige und MitarbeiterInnen der Kliniken. Für alle, die Lust zum Mitmachen haben, das nächste Treffen ist am 23.03.16 um 17 Uhr im Personalwohnheim in Schopfheim Probieren Sie es aus, bei uns gibt es keine falschen Töne, nur Variationen. Wir singen um uns zu erfreuen und zu entspannen.
www.klinloe.de

Der Geschäftsführer Armin Müller berichtet über die Kliniken und Chanten als Therapie

Mit jährlich ca. 22.000 stationär versorgten Patienten und rund 1.500 Mitarbeitern sind die Kliniken des Landkreises Lörrach mit ihren drei Standorten Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim Anlaufstelle Nr. 1 für Patienten im Landkreis Lörrach.

Durch eine gezielte Strukturentwicklung konzentrieren wir uns an unseren drei Standorten auf definierte Leistungsschwerpunkte. Dadurch profitieren die Patienten von einem besonders breiten Leistungsangebot und die Mitarbeiter von umfassenden Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten. „Teamgeist, Achtsamkeit, Kommunikation, Struktur und Innovativität“ bilden den Kern unseres Wertekonzeptes und die Grundlage unserer „Werteorientierten Personalentwicklung“. Wir haben uns auf den Weg gemacht, diese Werte in unser tägliches Arbeiten miteinander, mit unseren Patienten und deren Angehörigen zu implementieren.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kreiskrankenhaus Schopfheim ist ein wichtiger Baustein der wohnortnahen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsangebote im Landkreis Lörrach. Ihre Aufgabe besteht in Diagnostik, Krisenintervention und Behandlung im Rahmen eines durchschnittlich vier- bis sechswöchigen, stationären Aufenthaltes. Sie verfügt über ein umfangreiches Angebot einer modernen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Diese beinhaltet neben der individuell auf den Patienten abgestimmten modernen Pharmakotherapie auch psychotherapeutische Angebote mit Einzel- und Gruppengesprächen sowie Psychoedukation, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, Physio- und Bewegungstherapie, Ergotherapie, Training sozialer Kompetenzen, Chanten etc.

Das Chanten wird den Patienten als freiwillige Therapie angeboten und sehr gut angenommen. Positiv ist, dass kein Leistungsdruck besteht und jeder, der mitmacht, frei entscheiden kann, was und wie er sich einbringt. Wichtig ist die Gemeinschaft, das "Dabeisein“, miteinander zu singen, tanzen, trommeln, entspannen, lachen, sich abzulenken... Es kommt nicht auf Perfektion an und egal, ob musikalisch oder nicht: jeder kann mitmachen! Chanten ist wie Medizin - nur ohne Nebenwirkung.

Das Chanten findet einmal pro Woche für ca. 50 Minuten statt. Darüber hinaus gibt es noch ein "Ehemaligen-Chanten" einmal pro Monat für ca 1,5 Std. Dazu sind aktuelle und ehemalige Patienten, deren Familienangehörige, Mitarbeiter und auch Interessierte herzlich eingeladen. Gerade dieser Termin einmal im Monat ist für schon entlassene Patienten ein wichtiger Baustein, weiter aktiv zu sein und somit auch weiterhin einen lockeren Kontakt zur Klinik zu pflegen.

Nacht der heilsamen Lieder in Schwerte

Erste Impression von der ersten Liedernacht in Schwerte, mit Joachim Goerke, Rita Kreisel und Heino Debus.

Mit über 100 Besuchern, darunter auch Patienten, die per Krankenhaustaxi zur Veranstaltung gebracht wurden, war es ein wunderbar entspanntes gemeinsames Singen. Mit über 100 Besuchern, darunter auch Patienten, die per Krankenhaustaxi zur Veranstaltung gebracht wurden, war es ein wunderbar entspanntes gemeinsames Singen.

 

 

5. Singender Faschingsumzug in der Kölner Uniklinik

Alaaf un ene hätzliche Jlöckwunsch!

Der singende Umzug durch die Kölner Uni – Klinik hatte am Wieverfastelovend 2016 seinen ersten halbrunden Geburtstag: zum fünften Mal schon zog eine bunte Schar singender, klingender, springender Jecken durch die Flure der Uni–Klinik.
Das närrische Geburtstagskind bildete wieder einmal eine gelungene Synthese seiner beiden stimmungsvollen und stimmstarken Herkünfte: des Heilsamen Singens und des Kölner Karnevals.
Und wieder einmal wussten bei soviel buntgewandeter Schönheit „de Auge nich, wohin se zueetz luure sollte“ und bei so viel lustvollem Gesang „de Uhre nich wohin se zueetz hüre sollte.“

Neben der schwingungsbegabten und karnevalserprobten „Homebase“ des Singenden Umzugs: den TeilnehmerInnen der wöchentlichen Singgruppe der Uni – Klinik, bestehend aus aktuellen und ehemaligen Patienten, Angehörigen und Angestellten, war kostümierte Verstärkung von nah und fern angereist. So kam neben einem Clown aus Oer - Erkenschwick, einem Siegburger Engel und einem Bonner Teufel, auch eine weitgereiste Kuh aus Thessaloniki.
Wie passend, dass uns Norbert Hermanns, erster Vorsitzender des Vereins der Singenden Krankenhäuser e.V., als ein in Würde ergrauter Hippie - Papageno beim stimmlichen Vorglühen in der Kapelle des Bettenhauses unter anderem mit dem unwiderstehlich charmantem Muhen ostwestfälischer Milchkühe eingestimmt und aufgewärmt hatte.
Ein clowneskes und gut eingespieltes Gitarren – Quartett (Martin Hermanns, Helmut Metten, Monika Wiese und Bärbel Kükenshöner) bildete zusammen mit dem quicklebendigen Trömmelche – Clown Hildegard Grooterhorst das harmonisch – rhythmische Rückgrat der tänzelnden Schlange.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre schöpfend, hatten sich in der Vorbereitung die Kategorien „Lauflieder“ und „Kreislieder“ herausgebildet und uns dabei geholfen, aus dem großen Schatz heilsamer Lieder und kölscher Gassenhauer eine umzugstaugliche Auswahl zu treffen.
Wer konnte damals ahnen, dass sich die wohl schönsten und berührendsten Momente dieses Umzugs weder beim singenden Umherziehen durch die langen Gänge noch beim ausgelassenen Sing - und Tanzkreis im hohen lichten Foyer des Herzzentrums ereigneten, sondern der gemeinsame Flow spontan eine neue Begegnungsform mit Patienten und Personal der Uni – Klinik kreierte: „die singende Gasse“:
In dem langen Verbindungsgang zwischen dem Hauptfoyer und dem Herzzentrum der Klinik ist eine herrliche Akustik- und die „OP -Strecke“ vieler Patienten. So passierten im Minutentakt Besucher, Menschen in Rollstühlen oder Patienten in ihren Betten die Mitte unserer singenden Schar, die gleichsam zurück beschenkt wurde: so viele strahlende Patienten und Mitarbeiter, die mitwinkten, lachten- und für diesen Moment vermutlich all ihre Angst verloren und ganz im Moment aufgingen. Der neuseeländische „Schlager“Mate Aroha wurde wieder in ein rheinisches „Kölle Alaaf“ umgetextet, und alle Passanten sangen mit, als hätten Sie nie etwas anderes gehört. Härrlisch!

Wunderbar war auch, dass der renommierte Onkologe und Vorstandsvorsitzende von LebensWert e.V., Prof. Michael Hallek mehrfach unseren Weg kreuzte – und auch der stilvoll kostümierte Prof. Walter Möbius, wissenschaftlicher Beirat der Singenden Krankenhäuser e.V., ganz aktiv schunkelnd und textsicher beim Singenden Umzug dabei war. Und noch mehr Aktive waren extra angereist, um den Kult-Umzug mitzuerleben: die neue SiKra-Dozentin und Neuro-Musiktherapeutin Simone Willig filmte zu unserer Freude gemeinsam mit ihrem Partner Jörg Plechinger unser Treiben und bescherte so allen anderen Narren des Landes einen wunderbaren Einblick - Danke dafür! Der Film ist auf der Homepage der Singenden Krankenhäuser, sowie auf facebook und vimeo zu finden.

Nachdem die rheinische Entflammung und singende Begeisterung uns alle in Wallung gebracht und nicht nur Simone Willig in ihrem Schneefrauen – Kostüm und eine engagiert tanzende, für die kalten Weiten der Taiga gekleidete Russin die eine oder andere Schweißperle gekostet hatte, waren wir zurück in der Kapelle, alle glücklich über ein paar Schluck kühles Wasser für unsere durstigen Kehlen.
Und auch der unvergleichlich gute Konfetti – Schoko – Kuchen einer treuen Singgruppen – Teilnehmerin wurde begeistert und dankbar bis zum letzten Krümel verzehrt.
Allen fleißigen Heinzelmännchen und – frauen , die an diesem bunt-schwingenden Erlebnis Anteil hatten, dat es su wor wie et wor: vun Hätze ene jroße Dankeschöööön und Kölle Alaaaf!
Wir freuen uns auf´s Wiedersehen!
Und an dieser Stelle schon mal ein Ausblick auf das nächste Jahr: Da wird der Umzug sechs....und erlangt das schulfähige Alter. KölnerInnen und erprobte Uni – Klinik – UmzüglerInnen ahnen vielleicht schon, welche Schule da in Frage kommen könnte? „...En der Kaygass Numero Null steiht en steinahl Schull......“

Bericht: Bärbel Kükenshöner und Monika Wiese
Fotos: Christian Wittke, MedizinFotoKöln

Gemeindepsychiatrisches Zentrum in Reinheim zertifiziert

v.l.: Franz-Josef Kiefer, Claudia Bock,
Elisabeth Rank-Kuhn, Vera Kimmig

Es war eine klangvolle Feier, bei der die Gäste mehr Lieder sangen als Reden hörten, und das nicht ohne Grund: Das Caritas Zentrum in Reinheim wurde am 26.11.2015 als erstes „singendes gemeindepsychiatrisches Zentrum“ in Hessen ausgezeichnet.
Die Geschäftsstellenleiterin Vera Kimmig vom Verein Singende Krankenhäuser e. V. überreichte in der kleinen Feierstunde das Zertifikat. Der Verein fördert Einrichtungen, die Singangebote als Inseln der Ruhe und des Kraftschöpfens anbieten, da Singen Menschen mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen helfen kann, wieder in Kontakt mit ihren Selbstheilungskräften zu kommen.

Im Caritas Zentrum in Reinheim werden zahlreiche Singveranstaltungen angeboten. Bei allen stehen die Freude am Singen, das Gemeinschaftsgefühl, das zwischenmenschliche Miteinander und die Stärkung der seelischen und körperlichen Gesundheit im Vordergrund. Wertvolle Erfahrungen, die gerade in Zeiten der Krankheit gebraucht werden.

Montags gibt es Klangimpulse, dienstags wird mit Klienten der Tagesstätte und des Betreuten Wohnens gesungen. „Manche Klienten haben ihre Instrumente, die sie jahrelang nicht mehr benutzt haben nun wieder ausgepackt und so erklingen bei uns neben den Stimmen auch Mandoline, Gitarren und Akkordeon“, erzählt Elisabeth Rank-Kuhn begeistert. Die Sozialpädagogin, Heilpraktikerin und Singleiterin für Gesundheitseinrichtungen und Altenheime singt selbst leidenschaftlich gerne und weiß, dass Singen entspannt und Stress abbaut. Neben ihren persönlichen Erfahrungen belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen, dass Singen gesund ist. „Beim Singen macht man sich keine Sorgen. In Gemeinschaft macht es viel Freude. Bei uns geht es um den Spaß am Singen. Es spielt keine Rolle, ob die Töne genau stimmen. Unser Motto lautet: Ein frohes Lied aus frischer Kehle, wischt allen Staub dir von der Seele!“ Mittwochs ist gemeinsames Volksliedersingen in der Gerontopsychiatrischen Tagesstätte, donnerstags ist Wunschkonzert. Ob Schlager, Volkslied oder Pop, die Wunschpalette ist immer sehr abwechslungsreich. Freitags werden Bewegungslieder zur Gymnastik gesungen. Gut angenommen wird auch die neue Trommelgruppe, in der zu Aerobic Musik auf Pezzibälle getrommelt wird.

Neben diesen internen Veranstaltungen gibt es auch den Offenen Singkreis, der sich jeden zweiten und vierten Donnerstag von 16.30 bis 18:00 Uhr im Caritas Zentrum Reinheim, Darmstädter Straße 55, 64354 Reinheim trifft. Es sind keine Vorkenntnisse nötig, das Alter spielt keine Rolle - Jede und Jeder ist willkommen. „Schön wäre auch, wenn unser Quotenmann noch etwas männliche Unterstützung bekommt“, so Elisabeth Rank-Kuhn.

Dank des neu eingeweihten Aufzuges, der durch die Förderung von Aktion Mensch errichtet werden konnte, ist das Caritas Zentrum Reinheim nun auch barrierefrei.

Nikolaustag 2015 in Buxtehude: Flüchtlinge kommen zum Singen im Cantokreis

Am Nikolaus-Sonntag erlebten wir in Buxtehude einen auch für uns sehr besonderen cantokreis. Wir beteiligten uns an der Aktion des Sozialverbandes "Buxtehude tischt auf" und luden Flüchtlinge zu uns ein. Dieser Einladung folgten zwölf überwiegend junge Männer. Insgesamt bestand der Chor dann aus annähernd 70 Menschen! Die anfängliche Reserviertheit war schnell gelöst und der Raum innen wie außen geöffnet für berührende Begegnungen und Szenen. Die verbale Verständigung erwies sich als kompliziert, da wir des Arababischen und sie des Englischen oder Deutschen nicht mächtig waren. Aber es erwies sich auch: Das Singen ist wahrlich eine Universalsprache! Die Energie in den Liedern und die Atmosphäre im Raum waren unglaublich. Und sehr hoffnungsvoll: wenn wir die Berührungsängste auf allen Seiten abbauen können, kann etwas Wunderbares entstehen. Now is the time - this is our chance - the world is changing - with love in our hearts we can heal each other!

Wir danken von Herzen der Initiative von Uschi Reinke vom Sozialverband Buxtehude und allen Teilnehmern dieses besonderen cantokreises!

Bericht von Thomas Jüchter (Regionalbeauftrager Nord), www.cantokreise.de

Mainz : Jahrestagung des Bundesverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V.

v.l.: Daniela Sauter de Beltré,
Andrea Käpernik

Vom 29. bis 31.10.2015 fand in Mainz die Jahrestagung des Bundesverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. statt. Unsere beiden Dozentinnen, Andrea Käpernik und Daniela Sauter de Beltré, waren als Referentinnen eingeladen, um einen Workshop zum Thema "Singen: Balsam für wunde Seelen" anzubieten. An ihrem gut besuchten Seminar nahmen hauptsächlich Kinder- und JugendpsychiaterInnen teil. Die beiden Referentinnen nutzten auf diese Weise die Möglichkeit, "Singende Krankenhäuser" einem neuen Interessentenkreis vorzustellen.

Inhaltlich berichteten die beiden über ihre musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ferdinand Fingado-Schule (Schule für Erziehungshilfe) in Lahr (Schwarzwald), sowie die damit verbundenen positiven Effekte, die sie bei ihren Schützlingen seit Jahren beobachten. Auch auf Ergebnisse verschiedener Studien im Bereich der Gesangsforschung konnten sie eingehen. Selbstverständlich blieb das Seminar nicht theoretisch, vielmehr wurde das gemeinsame, leistungsfreie Singen direkt erfahrbar gemacht, was auf großen Anklang stieß.

 

 

 

DRK Kliniken Berlin Westend zertifiziert

v.l.: Kordula Voss, SiKra-Dozentin, Raiko Thal, rbb-Moderator,
Urs Münch, Psychoonkologe und Singleiter

In einer fröhlichen Feierstunde mit Patienten, Pflegepersonal und Gästen, wurde von unserer Dozentin Kordula Voss die Zertifizierung der DRK Kliniken Berlin | Westend, am 12.9.2015 vorgenommen. Die DRK Kliniken Berlin Westend sind akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Seit Januar 2015 gibt es eine offene Singgruppe für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter:
www.drk-kliniken-berlin.de/unternehmen/aktuelles/einfach-singen-im-westend/

 

 

 

Klinik St. Urban der Luzerner Psychiatrie (lups) zertifiziert

Daniela Sauter de Beltré, Bärbel Dietz und Hugo Albisser (v.l.) bei der Zertifikatsübergabe

Am 28. April 2015 wurde die Klinik St. Urban der Luzerner Psychiatrie (lups) mit dem Singangebot «CANTO» ins Netzwerk «Singende Krankenhäuser» aufgenommen.

An der Zertifizierungsfeier nahmen nebst Patientinnen und Patienten auch Mitarbeitende der lups, Direktor Peter Schwegler und die beiden Botschafterinnen des Netzwerks «Singende Krankenhäuser», Daniela Sauter de Beltré und Andrea Käpernik, teil. Die beiden «CANTO»-Leitenden, Bärbel Dietz und Hugo Albisser, zeigten die Bedeutung der heilenden Wirkung des Singens auf: «Singen hilft nicht nur im Alltag Stress zu überwinden und Kraft zu schöpfen, es kann auch Menschen mit körperlichen Erkrankungen und in psychischen Krisen helfen, ihre Selbstheilungskräfte anzuregen.»

«CANTO» ist ein Gruppenangebot der Luzerner Psychiatrie. Das gemeinsame Singen ergänzt das therapeutische Angebot und stärkt die Selbstregulierungsfähigkeit von Patientinnen und Patienten. Mit der Überreichung des Zertifikats ist die lups nun Teil des Netzwerks «Singende Krankenhäuser».

Dr. Eckart von Hirschhausen überreicht Zertifikat an Schön Klinik

Dr. Eckhart von Hirschhausen (Mitte) überreichte das Zertifikat der "Singenden Krankenhäuser" an die Schön Klinik Berchtesgadener Land und war begeistert von Charme und Courage der Singleiterin Stephanie Jahn (links).

Bewegender Moment auf großer Bühne
Die engagierte Atemtherapeutin Stephanie Jahn, die in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne singt, hat das „Singende Krankenhaus“ in der Schön Klinik Berchtesgadener Land zu ihrem Projekt gemacht: Schon während sie die Ausbildung zur Singleiterin absolvierte, führte sie „Atmen durch Singen“ für Gruppen mit Lungenpatienten ein – und war ganz berührt, wie viel Glück sie den oft sehr schwer eingeschränkten Patienten damit geben konnte. „Woche für Woche erfahre ich, wie die Patienten aus ihrer Isolation herauskommen“, schildert die Singleiterin. Dass die Patienten bei den Stimmübungen und dem Einstudieren der stimmungsvollen und leicht zu erlernenden Lieder auch ihre Atmung vertiefen, ihre Lungenflügel belüften und den Atem in unterschiedliche Regionen des Körpers lenken, nehmen sie oft gar nicht einmal wahr – so sehr steht die Freude und das beschwingte Gefühl, das die Musik auslöst, im Vordergrund.

Kein Singsang, sondern wirksame Therapieform
Als die Schön Klinik in Schönau am Königssee sich für das Zertifikat als „Singendes Krankenhaus“ zertifiziert hatte, wurde die Übergabe der Urkunde in nahe gelegenen Salzburg Arena vor über 2.000 Zuschauern organisiert: Im Rahmen seiner Wunderheiler-Show bat Dr. Eckart von Hirschhausen die Singleiterin und ihren Klinikleiter auf die große Bühne. Für die Klinikvertreter war dies ein aufregender und bewegender Moment, doch Entertainer Dr. von Hirschhausen zauberte das Lampenfieber mit seiner lockeren Art sofort weg. Er wollte wissen, warum sich die Klinik für das Singen mit Patienten einsetzt. Klinikleiter Philipp Hämmerle: „Zugebenermaßen war ich anfangs etwas skeptisch, als Frau Jahn mir den Vorschlag machte, das Zertifikat als ‚Singendes Krankenhaus‘ anzustreben.“ Doch sei es der engagierten Therapeutin gelungen, ihn zu überzeugen, dass es sich da nicht um „Singsang, sondern um eine nachweisbar wirksame Therapieform handelt.“

Das ganze nochmal in ernst: Dr. Eckhart von Hirschhausen meinte "für die Klinik-Zeitung" sei auch das unerlässlich.

Begeistert von der ansteckend fröhlichen Physiotherapeutin
Dr. Eckart von Hirschhausen zeigte sich ebenfalls begeistert von der ansteckend fröhlichen Physiotherapeutin Stephanie Jahn. Ihren Ausspruch „Es gibt keine falschen Töne, sondern nur Variationen“ wiederholte er gleich zweimal, als wolle er ihn sich für seine künftigen Shows merken. Jedoch zu seinem Musiker gewandt, schränkte er ein: „Das gilt aber nicht für dich, Christoph.“ Und hatte natürlich die Lacher auf seiner Seite.

Lustige Fotos von der Zertifikatsübergabe - und ein ernstes
Da die Klinik-Vertreter bereits vor der Show und in der Pause eine Menge Spaß mit den Salzburger ClownDoctors hatten, für die sich Dr. Eckhart von Hirschhausen ebenfalls engagiert, waren sie mit Clownsnasen auf die Bühne gekommen. Dr. von Hirschhausen freute sich über die Solidarität und ließ lustige Fotos mit den Clownsnasen schießen. Doch zeigte er auch in diesem Moment seine unvergleichliche Schlagfertigkeit: Der Saal lachte lauthals, als er nach den witzigen Fotos auch eins mit ernstem Gesicht „für die Klinik-Zeitung“ stellte (siehe unten).