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DRK-Senioren-Stift Mark in Hamm als "Singendes Altersheim" zertifiziert !

gemeinsames Musizieren

Martina Hollenhorst verlieh am 18. Mai 2018 der Einrichtung das Zertifikat:

"Für gewöhnlich treffen sich die Seniorinnen und Senioren des Wohnstiftes, dem auch Mietwohnungen angeschlossen sind, dienstagsvormittags, heute aber zu diesem besonderen Anlass am Freitagnachmittag. Etwa 20 Sängerinnen und Sänger finden sich im Kreis ein. Außerdem kommen eine hochbetagte Dame, die mit ihrem Rollstuhl direkt vor dem Klavier Platz nimmt und ein Mieter, der seine Geige mitgebracht hat und ich erfahre, dass diese beiden regelmäßig für die Begleitung der Lieder sorgen.

Dann beginnt die Leiterin des Sozialen Dienstes, Gudrun Quessel, die als zertifizierte Singleiterin und Musikgeragogin qualifiziert ist, das gewohnte Einstimm-Ritual, bei dem der Körper und die Stimme gelockert werden und das mit einer "Klang-Dusche" endet. Aus einem eigens für diesen Anlass zusammengestellten Textheft singen wir einige frühlingshafte Volkslieder und ich bin nicht wenig überrascht, in welch schwungvollem Tempo diese begleitet werden - Zitat der Pianistin: "Wenn da Allegro steht, dann spiele ich das auch!". Ebenso begleitet sie spontan vorgeschlagene Lieder. Zu der bekannten Melodie von "Oh Susanna" singt Gudrun Quessel: "Wir gehen ins Singende Altenheim - wer kommt mit ?" und gibt Bewegungsimpulse, die von den Teilnehmern gleich umgesetzt werden.

Höhepunkt des Nachmittags war wohl mein Besuch. Ich wurde von Geschäftsführer Herrn Arrenberg herzlich begrüßt und alle hörten aufmerksam zu, als ich die "Singenden Krankenhäuser e.V." und unsere Vision von der Verbreitung des Singvirus „Heilsames Singen“ vorstelle.

Gudrun Quessel und Martina Hollenhorst (beide stehend, v.l.) mit Bewohnern

Auf der Querflöte spiele ich die Melodie eines Volksliedes, welches von einigen gleich erkannt und dann von allen gemeinsam gesungen wird: "Hab oft im Kreise der Lieben ..". In diesem Volkslied aus dem Jahre 1829 wird schon beschrieben, wie wohltuend das Singen ist.

Dann erfolgt die offizielle Übergabe des Zertifikates und zur Feier des Tages stoßen wir mit einem Gläschen Sekt auf den schönen Erfolg an. Zum Dankeschön erhalten wir Blumen und in fröhlicher Stimmung werden weitere Lieder angestimmt und gesungen. Den Musikern fällt noch das eine oder andere Stück ein und spontan wird sogar mit dem Rollstuhl (!) getanzt. Als die Teilnehmer sich schon auf dem Rückweg in die Wohnbereiche befinden, höre ich sie auf den Fluren weitersingen. Und so wünschen wir allen weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Singen."

Martina Hollenhorst

Im Westfälischer Anzeiger, Hamm, erschien am 24.05.2018 ein Artikel über die Feier.


'Haste Töne' - beim 12. Deutschen Seniorentag

28. - 30. Mai 2018 in Dortmund

12. Deutscher Seniorentag
Henrike Graef

Henrike Graef, Ausbildungsreferentin BVGT e.V. und Singleiterin für Alterseinrichtungen und Senioren (Singende Krankenhäuser e.V.) hat dabei die ca. fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, der eigenen Stimme Ausdruck zu verleihen. Sie betonte: Mitmachsingen ist gerade auch für die Menschen, die denken, sie könnten nicht singen. Denn „es gibt keine Fehler, sondern nur Variationen“ (Zitat von Wolfgang Bossinger, Begründer von Singende Krankenhäuser e.V.)

Singen ist eine wunderbare Ergänzung des Ganzheitlichen Gedächtnistrainings vom „Bundesverband Gedächtnistraining e.V.“, da das Singen grundsätzlich allen Menschen zugänglich ist! Während des Mitmachsingens sind keinerlei Vorbedingungen notwendig und eine Beteiligung ist Gedächtnistraining pur, weil die Texte und Melodien ohne schriftliche Vorlage erinnert und wiederholt werden.

Das begeisterte Publikum hatte sehr viel Freude an der gemeinsamen Aktion und brachte die ganze Halle zum Singen, Klingen und Schwingen.


SiKra unterwegs – lebendige Stimmung auf der Messe „Leben und Tod“

am 4. / 5. Mai 2018 in Bremen

Messe "Leben und Tod" in Bremen - 2018
Sonja Bullen und Sabine Rachl (v.l.)

„Mit Leib und Seele“ ist nicht nur der diesjährige Untertitel der Messe, mit Leib und Seele haben wir, Sabine Rachl, Sonja Bullen, Ursula Huhs und Beate Zepik, die Singenden Krankenhäuser dort auch vertreten. Das Flair dieser Messe wächst aus ihrer Vielfältigkeit: Hospizdienste und Bestatter, Buchhandlungen und Instrumentenbauer, Sarggestalter mit Probeliegemöglichkeiten und Urnenfilzen zum Mittun, die Verwandlung von Asche zu Saphiren und Diamanten sowie Fried- und Ruhewaldunternehmen. Auch die Bundesverbände aller großen mit Sterben und Trauer befassten Selbsthilfeorganisationen stellen sich hier vor und nehmen sich viel Zeit für Gespräche und Vernetzung. Ihre Stände vermitteln lebendige Eindrücke. Wer mag, macht zwischendurch eine Entspannungspause im Massagesessel oder mit 20-minütigem Shiatsu. Das Workshop- und Vortragsprogramm ist ebenfalls lohnenswert.

Wir SiKras haben vor allem mit unseren leisen Gesängen der Liedpostkartenlieder und mit einer Schale Gummibärchen und Lakritz die Menschen zum Innehalten und Lauschen bewegt und zwei Tage lang viele gute Gespräche geführt. Fast jede, die stehenblieb, erzählte uns ihre ganz eigene Geschichte, immer anknüpfend an erste oder wichtige Singerlebnisse im Leben. Pflegerinnen und Pfleger, Krankenschwestern, Komponisten und Kirchenmusiker, Trauer- und Sterbebegleiter und viele Menschen am Rentenbeginn, die Ideen für ein Ehrenamt suchten. Es war wie ein Austausch: Wir hörten ihnen zu – sie lauschten unseren Informationen und nahmen dankbar und interessiert die Vielfältigkeit der SiKra-Angebote wahr. Jeder kam mit einem Puzzleteil seines Lebens und überlegte, wie die neuen Informationen ins eigene Lebenspuzzle zu integrieren seien.

Viele meinten: „Mann, was für eine gute Idee und wie naheliegend! Singen in Krankenhäusern und Altenheimen, genau da, wo es besonders gebraucht wird.“ Eine Frau sagte: „Wie schön, dass Sie singen – da fühle ich mich direkt wohl. Das kann ich mir auch für mich gut vorstellen.“

So haben wir viele neue NewsletterinteressentInnen und WeitererzählerInnen des Gesundheitserregers SiKra gefunden. Neben nachdenklichen und auch traurigen Tönen, nehmen wir vor allem das Bunte und Helle der Beschäftigung mit dem Fachpublikum einer Messe, die sich ums Sterben und ums Leben bis zuletzt dreht, mit nach Hause. – Nächstes Jahr gerne wieder!

Sabine Rachl und Sonja Bullen


Klinik Arlesheim ist erstes "Singendes Krankenhaus" in der Nordwestschweiz

Dr. Andreas Jäschke, Geschäftsführer der Klinik, dankt Katharina und Wolfgang Bossinger

Am 16. April zeichneten Katharina und Wolfgang Bossinger die schweizerische Klinik Arlesheim als "Singendes Krankenhaus" aus. Die anthroposophische Akutklinik für Innere Medizin, Onkologie, Psychiatrie und Psychosomatik ist in der Nordwestschweiz das erste Spital mit dieser Auszeichnung. Bisher gibt es in der Schweiz drei andere Kliniken (am Bodensee, in Luzern und in Rheinfelden) mit diesem Zertifikat. Die Klinik Arlesheim übernimmt einmal mehr eine Vorreiterrolle im Gesundheitswesen, was ihrem besonderen Stellenwert als Ursprungsort der Anthroposophischen Medizin entspricht.

Zur Zertifizierung kamen Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Chormitglieder und Medienvertreter. Eine Patientengruppe des Heilsingens umrahmte die Veranstaltung musikalisch, ebenso der Klinikchor von Maria Rechsteiner, der jeweils am Montagabend probt und anschliessend das Geübte auf den Stationen für die Patienten singt. Auch ein Projektchor unter der Leitung von Viola Heckel trat auf. All diese Beiträge sorgten dafür, dass ein grosser Teil der Zertifizierungsveranstaltung musikalischer Art war - sehr zum Genuss der Anwesenden.

Katharina und Wolfgang Bossinger setzten noch einen drauf und zeigten, wie man mit einfachen Melodien zu einfachen Texten sehr schnell in einer großen Gruppe mehrstimmig in den gemeinsamen Gesang findet. Der eine oder andere wird die Veranstaltung wohl mit einem Ohrwurm verlassen haben. Herzlicher Dank allen Beteiligten - an die Musiktherapeutinnen, an die Sängerinnen und Sänger und alle anderen, die das Ganze in irgendeiner Weise unterstützt haben - allen voran an Küche und Service für den wunderbaren Apéro, der die Gäste anschliessend erwartete.

In der Klinik Arlesheim haben Musik und Kunst seit den Gründungstagen der Klinik eine große Bedeutung. Therapeutische Erfolge des Heilsingens sind schon in den zwanziger Jahren dokumentiert. Die Musiktherapie wurde bereits vor Jahrzehnten an der Klinik eingeführt. Insofern war es folgerichtig, den Antrag auf die Vergabe des Zertifikats zu stellen. Die Voraussetzungen für das Zertifikat sind an der Klinik Arlesheim gegeben: Heilsingen für Patientinnen und Patienten, Musiktherapie, Klinikchor, Projektchöre zu verschiedenen Anlässen, Musiktherapeutinnen mit dem Abschluss als Singleiterin. Regelmässig werden Singkurse für Menschen mit Atemwegserkrankungen angeboten.

Hier eine Radioreportage des SRF über die Zertifizierungsfeier und ein in der bz Basel erschienener Artikel.


Reha Rheinfelden ist jetzt Singendes Krankenhaus

Reha Rheinfelden - Clemens Kluge singt 'Salaleo' mit den Patienten
Clemens Kluge am Klavier

Der Rehaklinik Rheinfelden in der Schweiz wurde am 23.04.2018 im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Singgruppe durch Vorstandsvorsitzende Elke Wünnenberg das Zertifikat „Singendes Krankenhaus“ für die Förderung des therapeutischen Einsatzes des Singens verliehen. Singen und Musizieren als musiktherapeutisches Angebot der Kreativen Therapien werden in der Reha Rheinfelden als fördernder Bestandteil des Rehabilitationsprozesses verstanden. Behandelt werden vor allem Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen in allen Stadien der Rehabilitation.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die stimmige Zertifizierung der Rehaklinik Rheinfelden!

Reha Rheinfelden - Clemens Kluge am Klavier
"Salaleo - sei gegrüßt Reisender!"

Mit jedem Lied von Clemens Kluge (Musiktherapeut und zertifizierter Singleiter) wurden die Stimmen der anwesenden Patienten kräftiger und viel nickten beifällig, als die belebende und vernetzende Wirkung des Singens in einer Festansprache von Elke Wünnenberg als Vertreterin des Netzwerks Singende Krankenhäuser beschrieben wurde.

Beim anschließenden kulinarischen Apéro wurde zusammen mit Frau Julia Finken als Vertreterin der Klinikleitung, Musiktherapeutenteam und Therapieleitung weitere Pläne gesponnen, das Singen als Gesundheitserreger in der Schweiz zu verbreiten und umliegende Kliniken und Kollegen mit dem Singvirus anzustecken. Für einen unmittelbaren Einblick in das Geschehen sei auf den einfühlsamen und differenzierten Pressebericht von Ronny Wittenwiler verwiesen (siehe unten "Presse-Artikel").

Mit der Zertifizierung in Rheinfelden gibt es nun schon das fünfte Singende Krankenhaus in der Schweiz. Die Feierstunde ließ den Liederreichtum von Singende Krankenhäuser e.V. anwachsen: "Zoge am Boge de Landamme tanzed" von Albert Jütz, eines der bekanntesten Schweizer Volkslieder und die inoffizielle Hymne des Kantons Uri wurde ins Lied-Repertoire des Vereins aufgenommen.

(Im Gruppenfoto: Julia Finken, Leiterin Strat. Controlling und Qualitätsmanagement; Ulrike Noffke, Musiktherapeutin; Elke Wünnenberg, 1. Vorsitzende Singende Krankenhäuser e.V.; Beate Roelcke, Leiterin Kreative Therapien; Clemens Kluge, Musiktherapeut und zertifizierter Singleiter; v.l.)

Presse-Artikel:


Das war einfach toll! Bericht über „Buxtehude singt“ von 15. – 18. März 2018

Abschluss-Singen in der Malerschule mit Karin und Thomas Jüchter (Foto: Emil Jüchter)

Karin und Thomas Jüchters Mitsingtage in Buxtehude waren ohne jede Übertreibung ein voller Erfolg mit strahlenden Gesichtern und einem dichten musikalischen Programm, das dazu einlud, mitzumachen oder einfach in die Klänge einzutauchen. Dazu Vorträge, Workshops und viele aufgeschlossene Menschen, die 'Buxte singt' zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Decker-Voigt (Foto: Ingo Schaarschmidt)

Dann am letzten Tag bei Sonnenschein, aber eisigem Wind die 'Public Singings', die viele Menschen aus Buxtehude und der Region zu den zahlreichen Veranstaltungsorten lockten, so dass auf einem Schiff, in einer Buchhandlung oder in einer Kneipe öffentlich der Musik gelauscht und gesungen wurde. Auch die Zahlen beeindruckten: Das Singfest am Samstagabend war ausverkauft, jede Veranstaltung gut besucht, das über 20-köpfige Helferteam emsig bei der Sache, die vielen leckeren Schnittchen im Nu weg und besonders schön, dass unser Wissenschaftlicher Beirat und Schirmherr der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Helmut Decker-Voigt von Anfang an dabei war und einen Vortrag über „Überraschung und Ritual am Beispiel der singenden Krankenhäuser“ hielt, der selbst viele Überraschungsmomente enthielt und anekdotenreich für viele erheiternde Momente sorgte. Fotos von den Veranstaltungen können in Kürze unter diesem Link angeschaut werden: www.buxtehude-singt.de

Bericht: Sonja Heim
Fotogalerie siehe unten, Fotos: Emil Jüchter, Melanie Biesenbach, Ingo Schaarschmidt

Presse-Artikel:


Steiermark: 1. Singende Gesundheitseinrichtung

GGZ als erstes Unternehmen in der Steiermark als singende Gesundheitseinrichtung zertifiziert

Mit großer Begeisterung und aktiver Beteiligung von über hundert MitarbeiterInnen und sieben Kindergartenkindern des Albert Schweitzer Kinderbetreuungszentrums durften die Geriatrischen Gesundheitszentren (kurz: GGZ) der Stadt Graz als erstes steirisches Unternehmen die Zertifizierung der Albert Schweitzer Klinik sowie die der vier Pflegewohnheime am 23.01.2018 entgegennehmen.

Vertreter und Referent des Vereins Singende Krankenhäuser e.V., Herr Robert Sawilla, stimmte gemeinsam mit Musiktherapeutin Sara Papst das Lied „Epo i tai tai e“ an, bei dem die Kindergartenkinder den Erwachsenen „vorzeigten“, was und wie sie sich dazu bewegen durften – und schon nach wenigen Takten klang, sang und bewegte sich alles im großen Festsaal der Albert Schweitzer Klinik!

Die GGZ haben vor über 3 Jahren die Bedeutung des therapeutischen Einsatzes und die positive Wirkung von Musik erkannt und haben die Musiktherapie als fixen Bestandteil des interdisziplinären Therapieangebotes verankert.

Der Einsatz der Musiktherapie hat sich in der Behandlung der Patientinnen und Patienten in der Albert Schweitzer Klinik sowie der Bewohnerinnen und Bewohnern der vier Pflegewohnheime bewährt; so steht in den Einzel- und Gruppenmusiktherapien die Unterstützung bei kognitiven, motorischen, psychischen und emotionalen Erkrankungen im Vordergrund. Häufig knüpft Musik an die Biografie des einzelnen Menschen und wirkt emotional regulierend. Durch das Hören von aktivierender und entspannender Musik, durch den Einsatz von Rhythmus, Gesang und aktivem Spiel auf Instrumenten kommt es zur Verbesserung der Bewegungsabläufe, der Koordinations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie der Sprache.

Musiktherapeutin Sara Papst

Eine besondere Form der musikalischen Erfahrung ist das Singen, das im Speziellen für die in den GGZ betreuten Menschen einen besonderen Stellenwert einnimmt - meist verknüpft als liebgewonnene Tradition mit hohem emotionalen Wert. Das gemeinsame Singen hat eine aktivierende Wirkung, weckt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und fördert die psychische Stabilität.

Die Musiktherapeutin Sara Papst bietet auf verschiedenen Stationen der Albert Schweitzer Klinik als auch in den einzelnen Wohngemeinschaften der Pflegewohnheime Singgruppen an, die auch Besuchern und Angehörigen der PatientInnen und BewohnerInnen offen stehen – Singen als Gemeinschaftserlebnis, um miteinander in Kontakt zu kommen, gemeinsam zu schwingen, zu singen, anzuknüpfen, zu erleben…!

Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz freuen sich, diese Auszeichnung erhalten zu haben!

Fotos: GGZ und Stadt Graz/Fischer
Text: Sara Papst


Singend ins Neue Jahr - Zertifizierung der AHG Klinik Waren

Mit großer Vorfreude und Spannung erwarteten wir den Tag der Zertifizierung als „Singendes Krankenhaus“ am 17. Januar 2018.

Singen ist Medizin

Als musikalischer Beitrag für den Festakt am Nachmittag fand sich durch die Einladung unseres Musiktherapeuten Matthias Hübner ein fast 20-köpfiger Mitarbeiter-Projektchor zusammen, in dem Kolleginnen und Kollegen aus fast allen Berufsgruppen unserer Klinik zusammen sangen. Der Festakt, moderiert vom Kaufmännischen Leiter Bernd Hamann, war kurzweilig, abwechslungsreich, informativ, emotional und ein kulinarisches Fest.
Die eingeladenen Vertreter aus der Politik, Nadine Julitz, Heiko Kärger und Norbert Möller griffen nach einem Selbstbekenntnis von Frau Julitz, nur im Auto zu singen alle das Thema Singen und die persönliche Verbindung zum Medium Musik auf.
Unser Chefarzt Dr. Otmar Kristof unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der nonverbalen Therapieformen als wichtigen und prägenden Therapiebaustein im Klinikkonzept. Herr Hübner stellte die verschiedenen Singangebote im Klinikalltag vor.

Höhepunkt des Nachmittags war ein Fachvortrag zum Thema „Heilsames Singen“ von Katharina und Wolfgang Bossinger in der Form eines Rap-Songs. Das Publikum wurde zum großen Chor, der den Kehrvers „Singen ist Medizin“ mitsang. Der im Lied sehr schnell rezitierte Text wurde anschließend mit erläuternden Worten aufgearbeitet.

Die feierliche Übergabe des Zertifikats erfolgte dann durch Katharina Bossinger.
Dieser Nachmittag geht in die Geschichte unserer Klinik ein…

- Musik verbindet
- überwindet Grenzen und
- bringt Gefühle in Bewegung.

Es wurde gesungen, getanzt, geweint und viel gelacht.
Das war Gänsehaut pur. Noch Tage später war dies in vielen Begegnungen im Haus zu spüren.

Am Abend folgte dem gelungenen Festakt noch eine zweite Veranstaltung. Alle Patienten und Mitarbeiter der Klinik und alle Interessierten aus der Umgebung waren zum „Abend der heilsamen Lieder“ in die St. Marienkirche eingeladen.
Unter der Anleitung von Katharina und Wolfgang Bossinger sowie Matthias Hübner kamen alle Mitsingenden in der vollen Kirche sofort ins gemeinsame Singen, sich Bewegen und in Kontakt miteinander. 90 Minuten vergingen wie im Flug. Menschen aus den verschiedensten Lebenswelten erlebten miteinander einen einmaligen Abend.

Unser großer Dank gilt Katharina und Wolfgang Bossinger für die schöne Zeit mit uns, hier „oben“ in Waren in Mecklenburg.


Aktiv unterstützen wir unseren Kooperationspartner "Wir tanzen wieder!"

Seit 10 Jahren organisieren Stefan Kleinstück und Georg Stallnig aus Köln festliche Bälle für Menschen mit und ohne Demenz. Das Motto „Wir tanzen wieder!“ trifft es auf den Punkt: Senioren aus häuslichem Umfeld ebenso wie Bewohner aus Seniorenheimen ziehen die guten Anzüge und schicken Kleider an, treffen sich in einem Ballsaal und tanzen gemeinsam zu alter und auch moderner Musik. Jeder macht mit, so gut er kann – und wenn nur die Arme im Takt geschwungen werden.
Die Initiative hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Stefan Kleinstück und Georg Stallnig veranstalten auf Kongressen und Tagungen sowie auf Nachfrage bundesweit Flashmops und Workshops, um die Idee zu verbreiten und finden damit großen Anklang.
Seit 2016 sind der Verein „Singende Krankenhäuser e.V.“ und „Wir tanzen wieder!“ erfolgreiche Kooperationspartner.

Interaktive Fotoausstellung mit Bilder von Michael Hagedorn

Anlässlich des Jubiläums fand in der Wolkenburg in Köln, die auch Hauptstätte dieser Bälle ist, eine Fachtagung zum Thema „Demenz und Tanzen“ statt. Ein Vortrag von Prof. Notger Müller aus Magdeburg erläuterte, inwiefern Tanzen vor Demenz schützen kann. Mehrere Workshops ließen die Teilnehmer der Tagung am eigenen Leib die Freude und Einfachheit von Bewegung zu Musik spüren. Die neue interaktive Fotoausstellung mit Bildern des Hamburger Fotografen Michael Hagedorn „Als die Bilder tanzen lernten“ feierte Premiere.

Mit Tanzliedern stimmte Silke Kammer ein
Silke Kammer stimmte mit Tanzliedern ein

Im Anschluss an die Fachtagung (>Programm<) fand der Jubiläumsball statt. Hierzu kamen über 200 Gäste in die Wolkenburg und tanzten gemeinsam. Den Abschluss läutete Silke Kammer, Dozentin bei „Singende Krankenhäuser e.V.“ mit einigen Tanzliedern ein, die von den Besuchern kräftig mitgesungen wurden. Die Kombination aus Musik, gemeinsamem Singen und Tanzen krönte die Veranstaltung und es dauerte lang, bis auch der letzte Gast strahlend den Heimweg antrat.

Text: Silke Kammer, Dipl. Musiktherapeutin, www.kammer-musik-therapie.de
Fotos: Michael Röhrig & Michael Hagedorn

Mehr Informationen und eine große Bildergalerie
zur Initiative unseres Kooperationspartners unter www.wir-tanzen-wieder.de

Filmbeitrag zum Fachtag und Ball 10 Jahre "Wir tanzen wieder!" - Tanzen für Menschen mit und ohne Demenz
Youtube-Video ansehen [4,59 min.]


Erste Klinik in neuen Bundesländern zertifiziert

Singen ist Medizin

Prof. Dr. Walter Möbius

Mit einem Fachvortrag unter dem Thema „Empathie im Krankenhaus - heute noch zu verwirklichen?“ startete am 18. Oktober 2017 die Zertifizierungsfeier für das Ökumenische Hainich Klinikum in Mühlhausen/Thüringen.
Presse, Rundfunk und Fernsehen waren reichlich vertreten, der Saal gut besetzt und Prof. Dr. Walter Möbius nahm das Publikum mit in seine Geschichten und Episoden aus dem Klinikalltag. Nicht umsonst wird er „der Krankenflüsterer“ genannt - sein Vortrag war empathisch und zugewandt, bewegend und mit so manchem Wiedererkennungseffekt bei Personal und Patienten.
„Menschen sind wie Musikinstrumente - ihre Resonanz hängt davon ab, wie man sie berührt“, zitierte Prof. Möbius den südamerikanischen Autoren Constancio Carlos Vigil. Das Publikum ließ sich berühren und stimmte mit ein in den Song „Singen ist Medizin“ von Wolfgang Bossinger, den Singleiterin Kathrin Skriewe, gemeinsam mit Marco Hunstock, Kerstin Grimm und Christin Gerwald begeisternd zum besten gab.

v.l.: Prof. Möbius, Prof. Dahmen, Singleiterin Skriewe mit Singteam: Marco Hunstock, Kerstin Grimm und Christin Gerwald

Dass Singen Medizin ist, davon ist nun auch Prof. Norbert Dahmen überzeugt. Der Geschäftsführer und ärztliche Direktor des Klinikums anerkennt die nachhaltige Wirkung der Singgruppenarbeit bei den Teilnehmenden und spricht sich für eine weitere Förderung aus.
„We are part of a singing family“ sangen die Teilnehmenden gemeinsam, bevor das Buffet gestürmt wurde. Hier ergaben sich noch etliche interessante Gespräche. Eine niedergelassene Ärztin fand den Nachmittag so inspirierend, dass sie bei sich vor Ort selbst eine Singgruppe beginnen möchte.
Zum Abschluss fand sich regulär die wöchentliche Singgruppe zusammen - diesmal in einem richtig großen Kreis! www.oehk.de

Das MDR Thüringen Journal berichtete über die Feier: Sendung ansehen (1:55 Min).