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EKM als „Singendes Krankenhaus“ ausgezeichnet

Chefarzt Prof. Dr. Heinz-Jochen Gassel, Geschäftsführer Nils B. Krog, Kantorin Petra Stahringer, Norbert Hermanns (v.l.)

Am 28.09.2018 wurde das Evangelische Krankenhaus Mülheim an der Ruhr GmbH mit seiner langen kulturellen Tradition weithin hörbar ein Singendes Krankenhaus. Die Kantorin und Singleiterin Petra Stahringer-Burger bot an diesem Tag musikalisch eine - auch sehenswerte - Vielfalt und Qualität ihrer Arbeit auf. Prof. Dr. Walter Möbius, wissenschaftlicher Beirat und Ehrenvorsitzender Norbert Hermanns, die die Urkunde überreichten, wurden mit den anderen Gästen gleich zu Beginn mit einem Flashmob des Backstein-Chores begrüßt. Mit den singenden Chefärzten "Chefsache Singen" fanden die Feierlichkeiten einen glänzenden Abschluss. Wir gratulieren herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung. Mehr zu diesem besonderen Tag hier:

"Bei einer eher ungewöhnlichen Feierstunde erhielt das Ev. Krankenhaus Mülheim (EKM) das Zertifikat als „Singendes Krankenhaus“ vom internationalen Netzwerk „Singende Krankenhäuser“. Zertifizierungen in der Medizin belegen die gleichbleibend hervorragende Qualität in Diagnose und Behandlung. Ähnlich verhält es sich mit dem Siegel als „Singendes Krankenhaus“: Musik und Gesang sind therapiebegleitende Elemente im EKM. Dabei geht es keineswegs nur um Unterhaltung, sondern insbesondere um die vielschichtige Wirkung von Musik und Gesang, die wissenschaftlich belegt ist: Singen kann u.a. das Stressniveau reduzieren, angstlösend und stimmungsaufhellend, emotional ausgleichend sowie schmerzlindernd wirken und die soziale Bindungsfähigkeit stärken.

Prof. Dr. Walter Möbius, Wissenschaftlicher Beirat Singende Krankenhäuser e.V.

Nils B. Krog, Vorstandsvorsitzender der ATEGRIS und Geschäftsführer des EKM, blickte in seiner Begrüßung zurück auf die schon über 28-jährige Geschichte der Kulturarbeit am EKM.

Unter der Leitung von Kantorin Petra Stahringer gibt es am Haus viele musikalische Angebote für Patienten und Bewohner.
Begonnen hat die Kulturarbeit mit dem Aufbau eines eigenen Amateurtheaters, zu dem derzeit die Große Bühne, die Kleine Bühne und die Junge Bühne gehören, und der Einstellung der Kantorin Petra Stahringer. Sie hat, inzwischen zusammen mit zwei Kolleginnen den musikalischen Bereich auf- und ausgebaut: mit eigenem Chor, Gesangs- und Orchesterprojekten, Konzerten und vielen musikalischen Angeboten nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige, Mitarbeiter*innen und Bürger*innen.

Norbert Hermanns, Ehrenvorsitzender Singende Krankenhäuser e.V.

Mittlerweile gibt es etwa 300 musikalische Angebote im Jahr, vom Kammerkonzert über Klangmassagen bis zum Singen von Liedern aus der Mundorgel. Neben wenigen Hauptamtlichen wird die Kultur am EKM getragen von über 100 Ehrenamtlichen, die sich in ihrer Freizeit dafür engagieren.

Der Ärztliche Direktor des EKM, Chefarzt Prof. Dr. Heinz-Jochen Gassel, stellte sich in seinem Statement bewusst hinter die Kulturangebote des Hauses: „Es geht nicht nur um rein seelisches Wohlbefinden, denn Studien haben gezeigt, dass die Musik die körpereigene Abwehr aktiviert. Die Immunkräfte werden gestärkt. Das ist nicht nur in der Krebstherapie wichtig.”

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Dr. Walter Möbius aus Bonn zum Thema “Resilienz durch Kultur”. Er kennt als langjähriger Chefarzt das Gesundheitswesen und hat mehrere Bücher über Menschlichkeit in der Medizin geschrieben.

Norbert Hermanns, Musiktherapeut, Sänger und Stimmbildner und langjähriger Vorsitzende des Netzwerks “Singende Krankenhäuser”, ließ die Gäste nicht nur hören, sondern selbst spüren, was das Singen mit ihnen macht. Er übergab das Zertifikat an Nils B. Krog, Prof. Dr. Gassel und Petra Stahringer.

Die singenden Chefärzte

Nachdem der Backstein-Chor die Veranstaltung mit einem Flashmob eröffnete, präsentierte Krankenhausmusikerin Petra Stahringer zum Abschluss der Feierstunde den neuesten Zweig der Musischen Werkstätten: die singenden Chefärzte. „Chefsache Singen” feierte mit Liedern der Comedian Harmonists eine erfolgreiche und bewegende Premiere, die mit Standing Ovations der Gäste belohnt wurde."

Pressekontakt:
Sabrina Bungert
Unternehmenskommunikation
Tel.: 0208 309-2064
E-Mail: sabrina.bungert@ategris.de


Elke Wünnenberg erhält Stiftungspreis der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung

„Die Macht der inneren Bilder“

Vera Kimmig, Dr. Christian Jung (HUS), Elke Wünnenberg, Dr. Jürgen Weber (HUS), Bernd Braun, Stephanie Heinze (HUS), Dr. Mareike Schwed, Anton Bonnländer (HUS), Gabriele Schmidt

Die Wahl des Titels bringt es auf den Punkt: Bilder sind mächtig. Vielleicht insbesondere dann, wenn man-frau sich nicht dessen bewusst ist, dass es überhaupt innere Bilder gibt und welche Wirkkraft sie haben. Denn: Welche Bilder pflegen wir mit uns selbst und im Umgang mit Menschen, deren Erscheinungsbild dem definierten klinischen Bild einer Parkinsonerkrankung gleichkommt?

Das Miteinander von über hundert „Parkinsonpatienten“, scheinbar „Gesunden“ „Mehrfachbehinderten“ und „Mehrfachnormalen“ in einem ansprechenden Symposium-Programm aus Fachvorträgen, Workshops, künstlerischen Darbietungen und freier Begegnungszeit hat wieder einmal in Bad Segeberg einen wertvollen Erfahrungsraum und wichtige Bewusstseinsarbeit geleistet.

Auf der einen Seite wurde deutlich, wie sehr wir in Bildern verhaftet sind, die sich bereits in ersten Sprachwendungen wie „der Patient leidet an einer Erkrankung“ zeigen. Auf der anderen Seite wurde spürbar, wie stark wir innere Bilder als positive Kräfte in uns nutzen können. So wie es uns Frederick die Maus, in dem berühmten Kinderbuch von Leo Lionni vorlebt: gute Erfahrrungen tief in uns aufzunehmen zu können, zu bewahren und in Notzeiten als innere Kraftquelle für uns und andere lebendig werden zu lassen… .

Stephanie Heinze (Geschäftsführung HUS), Elke Wünnenberg, Anton Bonnländer (stellv. Vorsitzender Stiftungsbeirat HUS). Er hielt die Laudatio.

In ihrem Vortrag erläuterte Elke Wünnenberg, Vorstandsvorsitzende von Singende Krankenhäuser e.V. beispielsweise, wie Menschen über innere Bilder aus Stressregulation kommen und sich Kraftquellen aus dem eigenen Selbst erschließen können: um Bewegungsstörungen zu überwinden, Motivation zu schöpfen und Sinn zu erfahren. Dabei ging sie auch darauf ein, wie positive innere Bilder sich in der Lebensbiografie verankern und wie das Singen von Liedern nach dem Konzept der Singenden Krankenhäuser e.V. dies fördert.

In medizinischen Studien schillern diese Kräfte am deutlichsten bei sogenannten Placebo-Studien durch. Interessant, dass unter bestimmten Kontexten nichts mehr so ist, wie es eigentlich ist: gebeugte Haltungen strecken sich zu aufrechten, ausladenden Theatergesten, gefühlte Schwere wird beim Tanzen zu zweit verbunden mit einem chinesischen Essstäbchen zu Leichtigkeit, bis zur Kurzatmigkeit Erstarrte finden im Singen zu großem Stimmausdruck und Selbstwirksamkeitserleben. Kurzum: Freeze wird zu Flow…

"Ich kann dreistimmig singen. Laut, falsch und mit Begeisterung"

Wenn Kunst die Medizin trifft und umgekehrt, dann wird lebbar, wonach wir uns alle sehnen: mehr zu sein als Erkrankung, Möglichkeiten außerhalb medikamentöser Therapien zu sehen, gefühlte oder tatsächliche Isolation und Ohnmacht zu überwinden und und und…

In den Teilnehmerinnen wie Referenten und Veranstaltern ist die Absicht genährt worden, diese Segeberger Ideen und Erfahrungen ins Gesundheitssystem hineinzutragen. Gemeinsam sollen die Weichen für eine partizipative, sinn- und beziehungsstiftende würdevolle Ganzheitsmedizin im Gesundheitswesen gestellt werden. Für weitere Informationen und Dokumentation des Symposiums sei auf die Homepage der Initiativen verwiesen:

Vera Kimmig, Gabriele Schmidt, Elke Wünnenberg, Stephanie Heinze (v.l.)

Mit der Preisverleihung des mit 10.000 Euro dotierten Stiftungspreises der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung an Elke Wünnenberg, Psychologische Psychotherapeutin, Musikpädagogin und Vorsitzende des Vereins „Singende Krankenhäuser“ ist wieder ein Meilenstein auf der gemeinsamen Reise gesetzt worden. Die Preisträgerin erhielt die Auszeichnung auf dem Segeberger Symposium in Anerkennung

  • ihres großen Engagements für den Verein Singende Krankenhäuser e.V.
  • ihres konsequenten Eintretens für künstlerisch aktivierende Verfahren zur Therapie chronischer Krankheiten
  • ihrer wissenschaftlichen Darstellung und methodischen Aufbereitung der Singgruppenarbeit für den Gesundheitsbereich.

Herzlichen Glückwunsch und ganz bestimmt auf Wiedersehen, lieber Bernd und Christine Braun. Was für eine intensive, professionell organisierte und bewegende Symposiumszeit. Ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligte!!!


"Singen ist wie eine gute Medizin"

Asklepios Schlossberg Klinik wird als erstes „Singendes Krankenhaus“ in Hessen zertifiziert

Bei der Zertifikatsübergabe: Katharina Bossinger, Geschäftsführer Ulrich Schultz, Musiktherapeut Joachim Nolden, Chefarzt Dr. Michael Hartwich, Musiktherapeut Stephan Koslik, v.l.

Am 9. August 2018 stand ein besonderes Ereignis an: In Hessen wurde mit der Asklepios Schlossbergklinik in Bad König das erste Singende Krankenhaus ausgezeichnet. Die Ehrenvorsitzenden Katharina und Wolfgang Bossinger überreichten - mit der Sonne um die Wette strahlend - die Urkunde und luden die Anwesenden mit Gitarre und musikalischer Begeisterungsfähigkeit zum gemeinsamen Singen ein. Wie sich der Tag im einzelnen gestaltete und wie das Singangebot an diesem Akutkrankenhaus für neurologische Frührehabilitation umgesetzt wird, erfährt man beim Weiterlesen:

"Es darf gesungen werden. Überall, und warum nicht auch dort, wo es auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, wie in einem neurologischen Krankenhaus für Frührehabilitation, einem Krankenhaus mit schwerst erkrankten Patienten. Aber gerade dort wird die heilende Wirkung des Singens besonders spürbar: Singen ist einfach, zeigt aber große Wirkung! Was liegt also näher, dies auch offiziell zum Programm zu erklären, dachte sich Musiktherapeut Stephan Koslik von der Asklepios Schlossberg Klinik in Bad König.

Zur Zertifikatübergabe mit gemeinsamem Singen kamen neben Mitarbeitern aus allen Bereichen der Klinik auch Patienten, Angehörige, Bürger und Sänger aus Bad König und Umgebung und auch Gäste, die eine offizielle Auszeichnung für die Einrichtung mitbrachten. „Jetzt sind es 33 Krankenhäuser die bundesweit dem Verein Singende Krankenhäuser e.V. angehören. Sie sind die erste Klinik in Hessen“, überreichten Katharina und Wolfgang Bossinger, Ehrenvorsitzende und Begründer des internationalen Netzwerkes, die Urkunde an Geschäftsführer Ulrich Schultz, Chefarzt Dr. Michael Hartwich und die beiden Diplom Musiktherapeuten Stephan Koslik und Joachim Nolden.

Wolfgang Bossinger leitet das gemeinsame Singen an

Von der therapeutischen Wirkung des gemeinsamen Singens ist auch Chefarzt Dr. Michael Hartwich überzeugt: „Gesungen wird in unserer Klinik schon seit über 20 Jahren. Als Teil eines internationalen Netzwerks gehen wir jetzt in die Offensive und nehmen auch Angehörige und Besucher der Klinik oder singfreudige Menschen aus Bad König und Umgebung mit.“

„Singen erschließt neue Zugangswege zum Patienten“, stellte Stephan Koslik anhand von Videoaufzeichnungen Beispiele aus dem Klinikalltag in der neurologischen Frührehabilitation vor. Bereits auf der Intensivstation, auch bei beatmeten Patienten, wird im Rahmen der Musiktherapie mit den Patienten gesungen. Das Lächeln, die funkelnden Augen und der Arm, der im Takt mitgeht: Schwerst erkrankte Menschen „fühlen sich durch das Singen schneller verbunden, genießen den Moment der Gemeinsamkeit“, zählte der Musiktherapeut die Vorzüge auf.

Bei Sprachstörungen, zur Regulation der Atmung, Gedächtnisstörungen, depressiven Entwicklungen, Ängsten und anderen neurologischen Erkrankungen, ist Singen ein wichtiger Wirkfaktor der Therapie. Singen schult die Empathie, fördert Lebensfreude und stärkt das Immunsystem. Dies wird durch neuere Forschungen bestätigt.

Beeindruckend, wie ein Patient sein Gefühl beschrieben hat: „Für mich ist Singen, als wenn mitten in der Nacht die Sonne aufgeht.“"

Pressetext 20.08.2018/SE

Presseartikel in echo-online von Birgit Reuther


Der singende und klingende Widdelhof wurde zertifiziert

- als erstes „Singendes Altersheim“ in Niedersachsen

Dr. Wolfgang Baumgärtner (2. Vorstand Singende Krankenhäuser e.V.), Rike-Leona Rupprich (Assistentin Geschäftsleitung), Lena-Marie Hormann (Leiterin Altenheim), Annemarie Renken-Schumann (Singleiterin), v.l.

Am 12. Juli 2018 besuchte unser 2. Vorstand Dr. Wolfgang Baumgärtner das überaus schön gelegene und angelegte Seniorenheim „Widdelhof“, ein Haus der „tegeler Pflege und Gesundheit“-Gruppe in Rehburg-Loccum. Eingebettet in ein Gartenfest überreichte er bei sommerlichen Temperaturen und heiteren Gemütern die Urkunde „Singendes Altersheim“ an die Verantwortlichen vor Ort und berichtet folgendermaßen von seinen persönlichen Eindrücken:

„„Hier ist gut sein“ - und „Wo man singt, da lass dich fröhlich nieder“ - das ging mir vergnügt durch den Sinn, als ich das Gelände des Widdelhofes betrat. Ein warmer Sommerabend im blumenreichen und von Obstbäumen erfüllten Garten des ehemaligen Bauernhofes in Winzlar/ Bad Rehburg-Loccum: An Tischen sitzen viele alte Menschen, selbstständig wirkende und Rollstuhlfahrer, bunt gemischt…

Ich zitiere aus der website:
'Der Widdelhof ist ein bäuerliches Anwesen aus dem Jahr 1884. Von 1990 bis 1993 wurde der Hof zu einer modernen Einrichtung umgebaut und in den Jahren 2000 und 2005 modernisiert und erweitert. Insgesamt verfügt er über 83 Plätze. Der ursprüngliche und besondere Charakter des historischen Anwesens mit dem Herrenhaus, der großen Fachwerkdiele, dem parkähnlichen Garten mit altem Baumbestand und den schönen Feldsteinanlagen ist dabei erhalten geblieben. Der Widdelhof ist mitten im Ortskern des idyllischen Dorfes Winzlar gelegen. Die Lage in der Nähe zum Steinhuder Meer und dem ländlichen wohltuenden Umfeld lädt zu einem entspannten und zugleich anregendem Leben in persönlicher Atmosphäre ein. Ländlich und doch zentral – mit der Bushaltestelle direkt vor der Tür gibt es eine gute Anbindung nach Rehburg, Nienburg, Hagenburg und Wunstorf.'

Auch so kann ein „Altersheim“ sein. Da das Zusammensein wie das Team unter der jungen Leitung von Frau Hormann sich - bis auf Kinder - durch alle Altersgruppen zieht, bekomme ich das Gefühl, wenn schon nicht auf einer Familienfeier - dann doch auf einem Dorffest zu sein, bei dem sich die meisten kennen und schätzen.

Nach einer kleinen Erläuterung, was es mit den Singenden Altersheimen und Krankenhäusern auf sich hat, überreiche ich die Urkunde für die Zertifizierung als (noch) einziges „Singendes Altersheim“ in Niedersachsen und schließe sie mit dem Satz: „Man/frau kann auch ohne Gesang leben - aber es lohnt sich nicht!“.

Dieser Satz gefällt auch dem örtlichen Pressemitarbeiter, der das mit einigen Fotos in der Lokalen Zeitung abdrucken will. Auch die Leitung der Tegeler-Gruppe ist durch Herrn Sven Tegeler persönlich vertreten, der sich sichtlich in der Einrichtung wohlfühlt und das Beisammensein nach vielen Schreibtischstunden des Tages genießt. Auch der Fotograf des Hauses Tegeler, Herr Lutz Bierwirth, freut sich über die prima Atmosphäre und trägt zu diesem Bericht die schönen Fotos bei.

Annemarie Renken-Schumann (Singleiterin), Sven Tegeler (Vorstand)

Aber dann kommt noch das Wichtigste: Unterstützt von unserem Mitglied, der Singleiterin Frau Annemarie Renken-Schumann an der Ukulele singen alte Menschen als erstes „Geh aus mein Herz und suche Freud“, das schöne alte Lied von Paul Gerhardt - dafür brauchen viele das vorbereitete Liedblatt nicht, sie können es auswendig. Ich bekomme den Eindruck, sie singen für sich selbst und die anderen - und für mich. Okay, es gibt auch nur Zuhörende, aber nicht mürrisch. Und zwei um die 90-Jährige singen voller Begeisterung, dass es eine Lust ist, ihnen zuzuhören und zuzuschauen … klar singe ich mit und gebe gerne auch noch auf Bitten ein Blockflötensolo dazu. Frau Renken-Schumann ist zertifizierte Singleiterin für Seniorenheime; sie erklärt begeistert, wieviel Freude es ihr macht, ihren Beruf als Grundschul- und Musiklehrerin auf diese Weise noch fortführen zu können …

Dr. Wolfgang Baumgärtner

Klar doch, dass der Pflegedienstleiter dann leckere Bratwürstchen grillt, die zu einem feinen, von der Heimküche selbst hergestellten Kartoffelsalat gereicht werden. Alle essen wir draußen, auch die, welchen das Essen gereicht werden muss. So kann ich mich kurz an allen Tischen vorstellen, befrage einige BewohnerInnen, wie sie sich hier fühlen „ …na prima, …schon schön hier, …auch gutes Essen, …die Pflege ist sehr lieb…“ usw. So darf ich per alkoholfreiem Sekt mit einigen auf ihre schöne Bleibe anstoßen und ihnen so weit möglich, Gesundheit und Zufriedenheit wünschen, kenne ich doch als 25 Jahre lang praktizierender Arzt für Allgemeinmedizin auch andere Verhältnisse… Es wundert mich nicht, dass der Medizinische Dienst Bestnoten für den Widdelhof vergab!"

Fotos: Lutz Bierwirth

Presseartikel: Die Harke, Tageszeitung für den Landkreis Nienburg, 24.07.2018, Lokalredaktion
Die heilsame Kraft des Singens erleben


1. Patiententag des Westdeutschen Tumorzentrums (UK Essen)

Singende Krankenhäuser e.V. war dabei

WTZ Krebspatiententag 2018, Foto: Copyright "André Zelck"

Am 23.Juni 2018 war unser Ehrenvorsitzende Norbert Hermanns auf den ersten Patiententag des Westdeutschen Tumorzentrums (UK Essen) eingeladen, um dort die von ihm mit realisierte DVD „Krebs - Singen ist Leben“, siehe Onlineshop, vorzustellen und einen Workshop zu diesem Thema anzubieten. Hier sein Bericht:

„Im Großen Hörsaal der Uniklinik Essen fanden am Vormittag des 23. Juni die Hauptvorträge des Patiententages statt. Durch das Engagement der Frauenselbsthilfe nach Krebs NRW war die Präsentation der oben genannten DVD gut plaziert.

Die meisten Patienten sind der Ansicht, dass sie nicht singen können - und genau ein solcher Krebs-Patient wird zu Beginn des Haupt-Films der DVD vorgestellt: Er war der festen Überzeugung, dass er nicht singen kann und sagte von sich: „Ich kann zwar nicht singen, tue es aber mit Leidenschaft“. Er hatte nicht diesen Perfektionsdrang, der uns oft hemmt, blockiert und konnte sich spontan spielerisch auf dieses Abenteuer „Singen“ einlassen. Zudem war ihm bis dahin nicht bewusst, dass er eine schöne, sonore und große Stimme hat. Er meldete rück, dass er seinen Körper durch die mitunter starken Vibrationen, neuen Resonanzen und tieferen Atem neu erfährt, was ihn zutiefst beglückt - auf so eine befreiende Erfahrung habe er lange gewartet. Dabei war er sehr bewegt - Singen berührt!

WTZ Krebspatiententag 2018, Foto: Copyright "André Zelck"
Norbert Hermanns, Ehrenvorsitzender Singende Krankenhäuser e.V.

Mit einfachen, vokalreichen Liedern auf einer Tonsilbe mit eingängiger Melodie kann wirklich jeder unter entsprechender Anleitung seine Stimme entfalten. Und das vermittelte ich den Anwesenden mit einigen Impulsen zur Öffnung der Stimme anhand des Liedes von Katharina Bossinger „jai dai dai“, worauf sich die Anwesenden einließen, direkt aufstanden und zum Lied schunkelten (fast wie im Rheinland :-) ).

Sie spürten, wie sich ihre „Stimmung“ unmittelbar veränderte: Unser Gefühlszentrum wird durch das Singen direkt stimuliert, wir nehmen unsere Gefühle deutlicher wahr und können sie direkt ausdrücken - das befreit. Viele Patienten sind nach der Diagnosestellung oftmals in einer Art „Kontroll-Modus“ - es gibt unglaublich viel zu verarbeiten, zu bewältigen und zu organisieren. Und Gefühle werden dann häufig zurückgestellt, mitunter auch aus Angst davor, dass sie zu mächtig sind. Gefühle lassen sich aber nicht „wegpacken“. Sie sind eine Art Leuchtturm für unsere wichtigsten Bedürfnisse. Wenn sie ignoriert werden entwickeln sie ihr Eigenleben: Angst z.B. kann in chronische Unruhe, Anspannung, mitunter zu Panikattacken „aus heiterem Himmel“ führen. Unterdrückte „Wut“ zu einer chronischen Reizbarkeit. Unterdrückte Trauer zu scheinbar grundlosem Weinen ... Das sogenannte heilsame Singen kann uns den Zugang zu unseren Gefühlen und damit zu dem, was uns ausmacht, was uns guttut, was uns nährt, eröffnen. Und somit auch den Zugang zu unseren Mitmenschen, da wir - im Einklang mit unseren Gefühlen - klarer mitteilen können, was uns bewegt, was wir uns wünschen. Ich beziehe mich hier auf Elke Wünnenberg, die dies in ihren Beiträgen „Singend bezogen sein“ und „Selbstregulation auf tönende Weise“ unseres aktuellen Tagungsbandes wunderbar erläutert.

Der Film zeigt verschiedene Verbundenheitserfahrungen im Singen. Dadurch, dass wir auswendig einfache Melodien mit leicht zu merkenden Texten singen, können wir freier singen, mehr in uns hineinhorchen und unser Gegenüber wahrnehmen, vielleicht sogar uns zum Singen bewegen. Häufig tauschen sich die Teilnehmer nach einem Lied aus, wie es auf sie gewirkt hat, in welcher Stimmung sie gerade sind, welche Gefühle spürbar wurden, welche Erinnerungen / Assoziationen auftauchten. Und jeder kann für sich dann abgleichen: „Ja, das habe ich auch so empfunden“, oder „bei mir war es anders“. Über das Sprechen werden Gefühle und die damit verbundenen Bedürfnisse bewusster. Unsere Quellen, das, was uns nährt, werden greifbarer. Es ist erstaunlich, welche befreiende, lösende Wirkung dieses Singen auf SängerInnen hat, dies vermittelt auch der Film: Im geschützten Raum können alle Gefühle geäußert werden. Wenn ein Teilnehmer z.B. fürchtet, dass seine Gefühle ihn überrollen, legen wir die Aufmerksamkeit auf achtsame Körperwahrnehmung, seine Atmung, auf einen stabilen Stand / „Erdung“, auf rhythmisch-beschwingtes Sprechen und Singen!

Am Beispiel des Liedes „Bele Mama“ wurde im Forum die rhythmische Kraft des Singens erlebbar: Verbundenheitserfahrungen wurden spürbar: Unsere Atemmuster, Herzfrequenzen gleichen sich an, synchronisieren sich! Die nonverbale Ebene der Kommunikation wird bewusster, erfüllter, resonanzreicher und dadurch Beziehungen vertieft. Wie wichtig tragende Beziehungen für unsere psychisch und physische Gesundheit sind, hat jeder erfahren. Inzwischen belegen dies auch zahlreiche Studien wie diese Metastudie aus dem Jahre 2010: Social Relationships and Mortality Risk

Ich fand es erstaunlich, wie intensiv sich die Teilnehmer auf das Singen einlassen konnten. Es gab nach dem Vortrag und Workshop großes Interesse an unserem SiKra-Netzwerk, unseren Singgruppen.

Fotos: Copyright „André Zelck"


Sangkraft Singing Hospitals aus Dänemark

Treffen im PZN am 26.06.2018

Jutta Eise, Jacob Madsen, Klaus Loescher, Elke Wünnenberg (v.l.)

In Dänemark gibt es eine lebendige Singtradition. So besteht beispielsweise "Roskilde Singing" seit September 2012 als selbständige gemeinnützige Institution und ist eines von 10 singenden Epizentren in Dänemark. Im März diesen Jahres kam die Anfrage von Jacob Madsen, Verwaltungsleiter der Roskilder Sangkraft-Initiative, ob der Verein "Singende Krankenhäuser e.V." mit seinem Know-How die Ausweitung der Roskilder Singgruppenarbeit auf Krankenhäuser und anderen Einrichtungen des dänischen Gesundheitswesens unterstützen könne.

Vor ein paar Tagen nun – am 26.6.18 - fand ein erstes Treffen statt. Jacob Madsen kam extra zu einem Kurzbesuch nach Deutschland und zeigte sich sehr erfreut, das Anliegen und die Aktivitäten von "Singende Krankenhäuser e.V." kennenzulernen und erleben zu können. Im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden war dank der Musiktherapeut_innen Jutta Eise und Klaus Loescher ein unmittelbarer Einblick in die Wirkkraft der dortigen Singgruppe möglich.

Als nächsten Schritt wird Jacob Madsen ein Treffen mit seinen Partnern in Dänemark anberaumen, um die Finanzierungsmöglichkeiten für ein Pilotprojekt zu prüfen. Wir drücken die Daumen und Jacob kreuzt die seinigen ("I cross my fingers"), dass die bei dem Besuch entfachte Begeisterung und die konkreten Kooperationswünsche auf offene Ohren und Herzen bei den Entscheidungsträgern in Dänemark stoßen!


Südwestdeutsche Parkinson-Tage in Landstuhl, 8. - 9. Juni 2018

Elke Wünnenberg und Wilfried Scholl

Mit ca. 1.500 Teilnehmer haben die Südwestdeutschen Parkinson-Tage von 8. - 9. Juni 2018 in der Kongresshalle in Landstuhl eine dem Programm angemessene Resonanz bekommen. Neben 16 Fachvorträgen führender Ärzte aus bundesweiten Kliniken reihte sich der Vortrag zum „Singen als Gesundheitserreger?!" von Elke Wünnenberg in einen hochkarätig besetzten Informationstag ein. Die Ausführungen des Vortrags durften auch gleich in dem Workshop „Singen nach Herzenslust“ praktisch umgesetzt werden. Es gab interessierte Nachfragen und viele glückliche Gesichter. Und so konnten Impulsvortrag und Workshop einen kleinen Beitrag dazu leisten, sich nicht von „Sir James Parkinson" das Leben bestimmen zu lassen. Positive Erfahrungen zur Verbesserung der Lebensqualität bei und trotz Morbus Parkinson konnten wir in den vergangenen Monaten auch bereits in unserem Selbsthilfeprojekt mit der Hilde-Ulrichs-Stiftung "Singend der Krankheit begegnen" sammeln.

Weitere Informationen sind auf den Seiten der Selbsthilfegruppe Kaiserslautern zu finden. Mit Wilfried Scholl, dem Hauptorganisator dieser Tage sind weitere gemeinsame Aktivitäten zum Ausbau nichtmedikamentöser Therapien geplant. Und wo er Hand anlegt, gibt es reichen Ertrag.

Elke Wünnenberg

Rückblick auf die Südwestdeutschen Parkinson-Tage 2018

Nach der Premiere 2016 fanden die Südwestdeutschen Parkinson-Tage in diesem Jahr ihre Fortsetzung – und wieder mit großem Erfolg. Ein umfassendes Programm lockte am 8. und 9. Juni rund 1.500 Besucher in die Stadthalle Landstuhl. In 18 Vorträgen und 13 Workshops konnten sie sich über Morbus Parkinson, Diagnoseverfahren, Therapien und Neues aus der Forschung informieren. Dazu gaben Fachaussteller Auskunft über nützliche Hilfsmittel und Anlaufstellen. Die gute Resonanz, auch über die Region hinaus, verdeutlichte die Wichtigkeit der Fachtagung. Ihr Ziel waren nicht nur Wissensvermittlung und Aufklärung, sie bot auch ein Forum für Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege.

Veranstaltet von Junge Parkinsonkranke Rheinland-Pfalz und der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V., erntete das Organisationsteam für seine beachtliche Leistung reichlich Lob und Anerkennung. Besucher wie auch Vertreter aus Politik und Gesundheit würdigten das Engagement, dessen Motor der Landesbeauftragte RLP und Bundesbeauftragte JuPa Wilfried Scholl ist. Seinem Ruf waren anerkannte Parkinson-Spezialisten aus allen Richtungen der Republik gefolgt, um über spezielle Aspekte der Erkrankung zu referieren.

Die Vortragsreihe eröffnete Karin Junginger, Leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie/Geriatrie in der Fachklinik Ichenhausen mit einem generellen Einblick in Morbus Parkinson. In einem weiteren Beitrag widmete sie sich dem Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Restless Legs-Syndrom. Ebenfalls zweimal vertreten war Dr. Thomas Vaterrodt, Chefarzt der Neurologie an den SHG-Kliniken Sonnenberg in Saarbrücken. In seinem Referat über 'Parkinson im Internet' klärte er über Nutzen und Risiken dieser Art der Informationsbeschaffung auf. In seinem zweiten Vortrag gab er wertvolle Tipps für eine ausgewogene Ernährung, die nicht nur Parkinsonpatienten zugute kommt. Geeignete körperliche Aktivitäten und ihre positiven Auswirkungen auf Körper und Geist waren ebenso Thema wie das Gesundheitspotenzial von Singen, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Morbus Parkinson und Möglichkeiten der Rehabilitation.

„Kognitives Training bei Parkinson: Hoffnung oder Hype?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Elke Kalbe von der Universitätsklinik Köln und konnte laut neuester Studien die Effektivität gezielter Übungen bestätigen. Ein Thema, das seit einigen Jahren das wissenschaftliche Interesse erregt. Über den richtigen Zeitpunkt zur intensivierten Parkinson-Therapie referierte der Neurologe Dr. Robert Liszka vom Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Dabei ging er auf die mögliche nachlassende Wirkung bzw. Wirkungsschwankungen der Parkinsonmedikamente im Verlauf der Erkrankung ein und zeigte alternative Therapien wie etwa die Tiefe Hirnstimulation auf. Welche Voraussetzungen für einen Hirnschrittmacher erfüllt werden müssen und auf welche Weise er die Lebensqualität verbessert, erläuterte Dr. Stefan Groiss vom Uniklinikum Düsseldorf. Die Therapie mit Medikamentenpumpen bei fortgeschrittener Parkinsonerkrankung hatte das Referat von Prof. Dr. Rüdiger Hilker-Roggendorf, Chefarzt am Klinikum Vest, zum Inhalt. Auf großes Interesse stießen auch die Vorträge über Demenz sowie Blasen- und Darmstörungen bei Parkinson als auch die Bedeutung der Speiseröhre. Einen ebenso informativen wie hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft der Parkinson-Therapie dank sich wandelnder Technologie warf Prof. Dr. Sergiu Groppa von der Universitätsmedizin Mainz.

Parallel zu den Vorträgen deckten auch die gut besuchten Workshops ein breites Themenspektrum ab, das von Schluckstörungen, über den sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln, LSVT-Big-Therapie bis hin zur Fahreignung bei Morbus Parkinson reichte. Ergänzend zu dem umfassenden Angebot konnten sich die Besucher in der Fachausstellung informieren. Für eine Stärkung zwischendrin oder zum gegenseitigen Austausch bot sich der Gastronomiebereich an. Hier wurden auch Kontakte gepflegt oder neue geknüpft – ganz im Sinne der Organisatoren, deren intensive Netzwerkarbeit die Basis für das Zustandekommen der vielbeachteten Veranstaltung bildet. Und so waren sich nicht erst am Ende der Südwestdeutschen Parkinson-Tage 2018 alle Teilnehmenden einig, dass auch in zwei Jahren eine Neuauflage folgen soll.

Wilfried Scholl
www.parkinson-kl.de


Fortbildung der Bayerischen Krebsgesellschaft für LeiterInnen von Selbsthilfegruppen

14. - 16.6. in Augsburg

Augsburg - drittgrößte und faszinierende Fuggerstadt Bayerns war Tagungsort für die diesjährige Jahrestagung. Diese Stadt bietet eine faszinierende Bandbreite von Römerfunden, Renaissancebauten, Reformationsgeschichte und Rokokokunst. Außerdem begeisterte mich das Tagungshotel der Diözese Augsburg, Haus St. Ulrich, welches mitten in der historischen Altstadt liegt und durch seine Größe und Lage ein Gefühl der absoluten Entspannung bietet.

Thema der Tagung war: Was macht mich im Alltag stark? Hilfreiche Informationen und Methoden zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gab es durch die interessanten Vorträge der fachkundigen Referenten und angebotenen Workshops. Mit interessierter und offener Bereitschaft tauschten sich die Anwesenden auch in Kleingruppen aus und nahmen sicher viele neue Inspirationen für ihre Gruppen mit nach Hause.

Am zweiten Abend der dreitägigen Fortbildung stand die Einladung zum Heilsamen Singen auf dem Programm. „Sing Dich Frei“ - Heilsames Singen - Energieprogramm Lebensfreude“ war der Titel. Vorsichtig um sich schauend kamen die ersten Teilnehmer in den Raum und setzten sich möglichst in die letzte Reihe, da sie ja nicht singen könnten, wie sie sagten! Später, da viele der Tagungsteilnehmer in den Raum strömten, füllten sich auch die vorderen Reihen. „Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet, denn wir können uns darunter überhaupt nichts vorstellen!". So wurde ich von einigen Anwesenden beim Abendessen angesprochen. Trotz vieler Vorbehalte in Bezug auf das Singen, füllte sich langsam der Saal mit den Gruppenleiter/innen.

„Ich bin Stimme, ich bin Klang, bin mein Tanzen, bin mein Gang, bin dabei, singe mich frei!“ Dieses Lied von Karl Adamek hörten die Teilnehmer schon beim Hereinkommen: Viele kamen gleich die Hüften im Rhythmus des Liedes schwingend herein und freudiges Lächeln erstrahlte auf den Gesichtern. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft, Markus Besseler, lud ich die Anwesenden ein, verschiedene Möglichkeiten des Heilsamen Singens kennen zu lernen. Lustvoll summend, tönend, stampfend, den ganzen Körper bewegend oder meditativ nach innen spürend, so gestaltete sich das gemeinsame Erleben des Heilsamen Singens. Durch überleitende Texte und Bilder, die über Beamer auf eine Leinwand projiziert wurden, erfolgten auch noch viele Informationen über die Wirkweisen des Heilsamen Singen und über Singende Krankenhäuser e.V., sodass die Anwesenden informiert waren und es nun ihren Selbsthilfegruppen weitergeben können. Die freudvolle Begeisterung der Teilnehmer und die offene Bereitschaft alles mitzumachen, ist mir bei den Selbsthilfegruppen, immer wieder eine Freude und zeichnete diese Teilnehmer in Augsburg ebenfalls aus! Die Zeit verging wie im Flug und danach verließen die Anwesenden summend und singend den Vortragssaal, nicht ohne sich vorher noch mit Informationsmaterial über die „Singenden Krankenhäuser e.V.“ zu versorgen.

Bei einem Glas Wein in einer urigen Kneipe um die Ecke, klang dieser Abend dann noch gemütlich aus. Beim Verabschieden verliehen viele der Gruppenleiter/innen nochmals ihrer Begeisterung Ausdruck, wie gut ihnen diese entspannte Art des Singens getan hatte.

Vera Kimmig


Sozialstation Lindau als erste "Singende Tagespflege" ausgezeichnet

v.l.: Sonja Heim (Geschäftsführerin SiKra), Gabi Hermle-Fehr (Leiterin der Tagespflege und Singleiterin), Frau Feierabend (Pflegedienstleiterin), Gerhard Fehrer (Geschäftsführer)

Am 7. Juni reiste Sonja Heim, Geschäftsführerin des Vereins, an den schönen Bodensee, um im bayerischen Lindau eine besondere Auszeichnung zu übergeben: Die Sozialstation Lindau GmbH wurde als erste Einrichtung überhaupt mit der Urkunde "Singende Tagespflege" ausgezeichnet. In zwei pavillonartigen Gebäuden mit Rundgangmöglichkeit werden die überwiegend demenziell erkrankten Tagesgäste betreut. Die Räume sind licht und hell, Gelegenheit zum Ausruhen, aber auch für viele Gemeinschaftsaktivitäten, die an einem großen Tisch oder draußen im gepflegten Garten stattfinden.

Ungefähr zwei Dutzend Tagesgäste und Mitarbeiter versammelten sich bei bewölkter Witterung optimistisch gestimmt auf der Terrasse. Gabi Hermle-Fehr, Leiterin der Tagespflege und Singleiterin, sowie Gerhard Fehrer, Geschäftsführer der Einrichtung, begrüßten gutgelaunt die anwesenden Gäste. Mit Gitarrenbegleitung stimmte Frau Hermle-Fehr das bekannte Lied "Singen ist Medizin" an. Die Tagesgäste singen gerne und viel. Das war zu spüren, denn sie beteiligten sich rege an den heilsamen Liedern. Pünktlich zum Festvortrag von Sonja Heim brach dann auch die Wolkendecke auf und schickte die ersten Sonnenstrahlen durch. Auf den Hinweis, dass es sich um die europaweit erste singende Tagespflege handelt, gab es spontanen Applaus. Singen wirkt sich positiv auf unser Gedächtnis, unsere Stimmung und unseren Körper aus. Auch die Tagesgäste warfen ein, wie es ihnen mit dem Singen ergeht. So löst es bei der einen Fröhlichkeit aus, bei der anderen Hunger. Derart interaktiv wurden gemeinsam die positiven Auswirkungen des Singens erlebt - und die Sonne schien immer mehr. Während die Markise hervorgefahren wurde, erfrischten sich die Anwesenden bei alkoholfreier Erdbeerbowle, und im Anschluss an den Vortrag bei Häppchen, Kaffee und Kuchen. Unter großem Applaus nahm Geschäftsführer Fehrer die Urkunde entgegen. Beim gemeinsamen Singen und Reden klang der Tag aus und die ersten Tagesgäste wurden froh gestimmt wieder von ihren Taxis abgeholt.

Fotos: Helena Golz / Lindauer Zeitung

Presseartikel:
Schwäbische, Lindau, 14. Juni 2018, von Helena Golz
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11. Come-together-Songfestival im ZEGG vom 31.5. - 3.6.2018

Am Fronleichnams-Wochenende fand nun im ZEGG in Bad Belzig zum 11. Mal das Come-together-Songfestival statt. Bei herrlichstem Wetter gestalteten die Organisatoren Hagara Feinbier und Raimund Mauch den Auftakt auf dem großen Platz dieses "Zentrums für experimentelle Gesellschaftsgestaltung". Später ging es dann im Zirkuszelt weiter. Dort stellten sich auch die Gäste, Mark Fox mit Partnerin Angelika Thome, Elke Voltz und Unmada Manfred Kindel, der das Kinderprogramm gestaltet, den etwa 300 Teilnehmer*innen musikalisch vor. Schwerpunktthema war diesmal die ganzheitliche Stimmentfaltung, der sich Mark und Elke in ihrer Sing-Arbeit intensiv widmen.

Für Karin und mich ist das Song-Festival ein fixer Termin im Jahr. Wir erhalten sehr wertvolle Inspirationen für unsere Arbeit, knüpfen neue Kontakte, treffen Singleiter-Kolleg*innen, können unsere eigene Arbeit in Workshops vorstellen und haben insgesamt eine großartige Zeit in einem wunderbaren Rahmen an diesem "heiligen Ort", den Mark am Sonntag nach dem Abschluss-Podium besang. Gänsehaut pur.

Das Herzstück des Festivals bilden jedes Jahr die 60-Minuten-Workshops im Stile eines Open space, die in insgesamt drei Zeitbändern am Freitag und Samstag nachmittag parallel stattfinden und die aus der Teilnehmerschaft selbst entstehen. Hier kann alles angeboten oder sich gewünscht werden, vom Mantra-Singen bis Body-Percussion, Jodeln bis Balkan, Tänze des universellen Friedens bis Nacktsingen (hat's auch schon gegeben :-)). In der "Fiesta Vocale" am Samstag Abend, dem "Best of Workshops" ging es in diesem Jahr außerordentlich fröhlich und heiter zu. Wie auch in vergangenen Jahren nutzten Kordula und ich die Gelegenheit, unser Netzwerk und unsere Singleiter-Weiterbildung vorzustellen. Etwa 15 Menschen interessierten sich dafür. Der Workshop kam sehr gut an und weckte bei dem einen oder der anderen die Neugier.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Im nächsten Jahr, vom 20. - 23.6.2019, ist dann u.a. unser musikalischer Botschafter Michael Betzner-Brandt zu Gast. Da geht´s schwerpunktmäßig um Circle-Singing und Stimmimprovisation. Safe the date!!!
Impressionen findet Ihr auf der homepage www.come-together-songs.de

Vielleicht treffen wir uns im nächsten Jahr dort

Thomas Jüchter