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Das war einfach toll! Bericht über „Buxtehude singt“ von 15. – 18. März 2018

Abschluss-Singen in der Malerschule mit Karin und Thomas Jüchter (Foto: Emil Jüchter)

Karin und Thomas Jüchters Mitsingtage in Buxtehude waren ohne jede Übertreibung ein voller Erfolg mit strahlenden Gesichtern und einem dichten musikalischen Programm, das dazu einlud, mitzumachen oder einfach in die Klänge einzutauchen. Dazu Vorträge, Workshops und viele aufgeschlossene Menschen, die 'Buxte singt' zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Decker-Voigt (Foto: Ingo Schaarschmidt)

Dann am letzten Tag bei Sonnenschein, aber eisigem Wind die 'Public Singings', die viele Menschen aus Buxtehude und der Region zu den zahlreichen Veranstaltungsorten lockten, so dass auf einem Schiff, in einer Buchhandlung oder in einer Kneipe öffentlich der Musik gelauscht und gesungen wurde. Auch die Zahlen beeindruckten: Das Singfest am Samstagabend war ausverkauft, jede Veranstaltung gut besucht, das über 20-köpfige Helferteam emsig bei der Sache, die vielen leckeren Schnittchen im Nu weg und besonders schön, dass unser Wissenschaftlicher Beirat und Schirmherr der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Helmut Decker-Voigt von Anfang an dabei war und einen Vortrag über „Überraschung und Ritual am Beispiel der singenden Krankenhäuser“ hielt, der selbst viele Überraschungsmomente enthielt und anekdotenreich für viele erheiternde Momente sorgte. Fotos von den Veranstaltungen können in Kürze unter diesem Link angeschaut werden: www.buxtehude-singt.de

Bericht: Sonja Heim
Fotogalerie siehe unten, Fotos: Emil Jüchter, Melanie Biesenbach, Ingo Schaarschmidt

Presse-Artikel:


Steiermark: 1. Singende Gesundheitseinrichtung

GGZ als erstes Unternehmen in der Steiermark als singende Gesundheitseinrichtung zertifiziert

Mit großer Begeisterung und aktiver Beteiligung von über hundert MitarbeiterInnen und sieben Kindergartenkindern des Albert Schweitzer Kinderbetreuungszentrums durften die Geriatrischen Gesundheitszentren (kurz: GGZ) der Stadt Graz als erstes steirisches Unternehmen die Zertifizierung der Albert Schweitzer Klinik sowie die der vier Pflegewohnheime am 23.01.2018 entgegennehmen.

Vertreter und Referent des Vereins Singende Krankenhäuser e.V., Herr Robert Sawilla, stimmte gemeinsam mit Musiktherapeutin Sara Papst das Lied „Epo i tai tai e“ an, bei dem die Kindergartenkinder den Erwachsenen „vorzeigten“, was und wie sie sich dazu bewegen durften – und schon nach wenigen Takten klang, sang und bewegte sich alles im großen Festsaal der Albert Schweitzer Klinik!

Die GGZ haben vor über 3 Jahren die Bedeutung des therapeutischen Einsatzes und die positive Wirkung von Musik erkannt und haben die Musiktherapie als fixen Bestandteil des interdisziplinären Therapieangebotes verankert.

Der Einsatz der Musiktherapie hat sich in der Behandlung der Patientinnen und Patienten in der Albert Schweitzer Klinik sowie der Bewohnerinnen und Bewohnern der vier Pflegewohnheime bewährt; so steht in den Einzel- und Gruppenmusiktherapien die Unterstützung bei kognitiven, motorischen, psychischen und emotionalen Erkrankungen im Vordergrund. Häufig knüpft Musik an die Biografie des einzelnen Menschen und wirkt emotional regulierend. Durch das Hören von aktivierender und entspannender Musik, durch den Einsatz von Rhythmus, Gesang und aktivem Spiel auf Instrumenten kommt es zur Verbesserung der Bewegungsabläufe, der Koordinations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie der Sprache.

Musiktherapeutin Sara Papst

Eine besondere Form der musikalischen Erfahrung ist das Singen, das im Speziellen für die in den GGZ betreuten Menschen einen besonderen Stellenwert einnimmt - meist verknüpft als liebgewonnene Tradition mit hohem emotionalen Wert. Das gemeinsame Singen hat eine aktivierende Wirkung, weckt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und fördert die psychische Stabilität.

Die Musiktherapeutin Sara Papst bietet auf verschiedenen Stationen der Albert Schweitzer Klinik als auch in den einzelnen Wohngemeinschaften der Pflegewohnheime Singgruppen an, die auch Besuchern und Angehörigen der PatientInnen und BewohnerInnen offen stehen – Singen als Gemeinschaftserlebnis, um miteinander in Kontakt zu kommen, gemeinsam zu schwingen, zu singen, anzuknüpfen, zu erleben…!

Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz freuen sich, diese Auszeichnung erhalten zu haben!

Fotos: GGZ und Stadt Graz/Fischer
Text: Sara Papst


Singend ins Neue Jahr - Zertifizierung der AHG Klinik Waren

Mit großer Vorfreude und Spannung erwarteten wir den Tag der Zertifizierung als „Singendes Krankenhaus“ am 17. Januar 2018.

Singen ist Medizin

Als musikalischer Beitrag für den Festakt am Nachmittag fand sich durch die Einladung unseres Musiktherapeuten Matthias Hübner ein fast 20-köpfiger Mitarbeiter-Projektchor zusammen, in dem Kolleginnen und Kollegen aus fast allen Berufsgruppen unserer Klinik zusammen sangen. Der Festakt, moderiert vom Kaufmännischen Leiter Bernd Hamann, war kurzweilig, abwechslungsreich, informativ, emotional und ein kulinarisches Fest.
Die eingeladenen Vertreter aus der Politik, Nadine Julitz, Heiko Kärger und Norbert Möller griffen nach einem Selbstbekenntnis von Frau Julitz, nur im Auto zu singen alle das Thema Singen und die persönliche Verbindung zum Medium Musik auf.
Unser Chefarzt Dr. Otmar Kristof unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der nonverbalen Therapieformen als wichtigen und prägenden Therapiebaustein im Klinikkonzept. Herr Hübner stellte die verschiedenen Singangebote im Klinikalltag vor.

Höhepunkt des Nachmittags war ein Fachvortrag zum Thema „Heilsames Singen“ von Katharina und Wolfgang Bossinger in der Form eines Rap-Songs. Das Publikum wurde zum großen Chor, der den Kehrvers „Singen ist Medizin“ mitsang. Der im Lied sehr schnell rezitierte Text wurde anschließend mit erläuternden Worten aufgearbeitet.

Die feierliche Übergabe des Zertifikats erfolgte dann durch Katharina Bossinger.
Dieser Nachmittag geht in die Geschichte unserer Klinik ein…

- Musik verbindet
- überwindet Grenzen und
- bringt Gefühle in Bewegung.

Es wurde gesungen, getanzt, geweint und viel gelacht.
Das war Gänsehaut pur. Noch Tage später war dies in vielen Begegnungen im Haus zu spüren.

Am Abend folgte dem gelungenen Festakt noch eine zweite Veranstaltung. Alle Patienten und Mitarbeiter der Klinik und alle Interessierten aus der Umgebung waren zum „Abend der heilsamen Lieder“ in die St. Marienkirche eingeladen.
Unter der Anleitung von Katharina und Wolfgang Bossinger sowie Matthias Hübner kamen alle Mitsingenden in der vollen Kirche sofort ins gemeinsame Singen, sich Bewegen und in Kontakt miteinander. 90 Minuten vergingen wie im Flug. Menschen aus den verschiedensten Lebenswelten erlebten miteinander einen einmaligen Abend.

Unser großer Dank gilt Katharina und Wolfgang Bossinger für die schöne Zeit mit uns, hier „oben“ in Waren in Mecklenburg.


Aktiv unterstützen wir unseren Kooperationspartner "Wir tanzen wieder!"

Seit 10 Jahren organisieren Stefan Kleinstück und Georg Stallnig aus Köln festliche Bälle für Menschen mit und ohne Demenz. Das Motto „Wir tanzen wieder!“ trifft es auf den Punkt: Senioren aus häuslichem Umfeld ebenso wie Bewohner aus Seniorenheimen ziehen die guten Anzüge und schicken Kleider an, treffen sich in einem Ballsaal und tanzen gemeinsam zu alter und auch moderner Musik. Jeder macht mit, so gut er kann – und wenn nur die Arme im Takt geschwungen werden.
Die Initiative hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Stefan Kleinstück und Georg Stallnig veranstalten auf Kongressen und Tagungen sowie auf Nachfrage bundesweit Flashmops und Workshops, um die Idee zu verbreiten und finden damit großen Anklang.
Seit 2016 sind der Verein „Singende Krankenhäuser e.V.“ und „Wir tanzen wieder!“ erfolgreiche Kooperationspartner.

Interaktive Fotoausstellung mit Bilder von Michael Hagedorn

Anlässlich des Jubiläums fand in der Wolkenburg in Köln, die auch Hauptstätte dieser Bälle ist, eine Fachtagung zum Thema „Demenz und Tanzen“ statt. Ein Vortrag von Prof. Notger Müller aus Magdeburg erläuterte, inwiefern Tanzen vor Demenz schützen kann. Mehrere Workshops ließen die Teilnehmer der Tagung am eigenen Leib die Freude und Einfachheit von Bewegung zu Musik spüren. Die neue interaktive Fotoausstellung mit Bildern des Hamburger Fotografen Michael Hagedorn „Als die Bilder tanzen lernten“ feierte Premiere.

Mit Tanzliedern stimmte Silke Kammer ein
Silke Kammer stimmte mit Tanzliedern ein

Im Anschluss an die Fachtagung (>Programm<) fand der Jubiläumsball statt. Hierzu kamen über 200 Gäste in die Wolkenburg und tanzten gemeinsam. Den Abschluss läutete Silke Kammer, Dozentin bei „Singende Krankenhäuser e.V.“ mit einigen Tanzliedern ein, die von den Besuchern kräftig mitgesungen wurden. Die Kombination aus Musik, gemeinsamem Singen und Tanzen krönte die Veranstaltung und es dauerte lang, bis auch der letzte Gast strahlend den Heimweg antrat.

Text: Silke Kammer, Dipl. Musiktherapeutin, www.kammer-musik-therapie.de
Fotos: Michael Röhrig & Michael Hagedorn

Mehr Informationen und eine große Bildergalerie
zur Initiative unseres Kooperationspartners unter www.wir-tanzen-wieder.de

Filmbeitrag zum Fachtag und Ball 10 Jahre "Wir tanzen wieder!" - Tanzen für Menschen mit und ohne Demenz
Youtube-Video ansehen [4,59 min.]


Erste Klinik in neuen Bundesländern zertifiziert

Singen ist Medizin

Prof. Dr. Walter Möbius

Mit einem Fachvortrag unter dem Thema „Empathie im Krankenhaus - heute noch zu verwirklichen?“ startete am 18. Oktober 2017 die Zertifizierungsfeier für das Ökumenische Hainich Klinikum in Mühlhausen/Thüringen.
Presse, Rundfunk und Fernsehen waren reichlich vertreten, der Saal gut besetzt und Prof. Dr. Walter Möbius nahm das Publikum mit in seine Geschichten und Episoden aus dem Klinikalltag. Nicht umsonst wird er „der Krankenflüsterer“ genannt - sein Vortrag war empathisch und zugewandt, bewegend und mit so manchem Wiedererkennungseffekt bei Personal und Patienten.
„Menschen sind wie Musikinstrumente - ihre Resonanz hängt davon ab, wie man sie berührt“, zitierte Prof. Möbius den südamerikanischen Autoren Constancio Carlos Vigil. Das Publikum ließ sich berühren und stimmte mit ein in den Song „Singen ist Medizin“ von Wolfgang Bossinger, den Singleiterin Kathrin Skriewe, gemeinsam mit Marco Hunstock, Kerstin Grimm und Christin Gerwald begeisternd zum besten gab.

v.l.: Prof. Möbius, Prof. Dahmen, Singleiterin Skriewe mit Singteam: Marco Hunstock, Kerstin Grimm und Christin Gerwald

Dass Singen Medizin ist, davon ist nun auch Prof. Norbert Dahmen überzeugt. Der Geschäftsführer und ärztliche Direktor des Klinikums anerkennt die nachhaltige Wirkung der Singgruppenarbeit bei den Teilnehmenden und spricht sich für eine weitere Förderung aus.
„We are part of a singing family“ sangen die Teilnehmenden gemeinsam, bevor das Buffet gestürmt wurde. Hier ergaben sich noch etliche interessante Gespräche. Eine niedergelassene Ärztin fand den Nachmittag so inspirierend, dass sie bei sich vor Ort selbst eine Singgruppe beginnen möchte.
Zum Abschluss fand sich regulär die wöchentliche Singgruppe zusammen - diesmal in einem richtig großen Kreis! www.oehk.de

Das MDR Thüringen Journal berichtete über die Feier: Sendung ansehen (1:55 Min).

 


5-jähriges Jubiläum im Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen

Festlich und mit viel Spaß wurde gefeiert

v.l.: Michael Eichhorst, Gerlinde Kretschmann und Verena Gebien

Vor fünf Jahren wurde das Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen als erstes in der ZfP-Reihe mit dem Zertifikat "Singendes Krankenhaus" von Gerlinde Kretschmann persönlich ausgezeichnet.
Da sich das überaus beliebte "Singen wie im Himmel" unter Daniela Sauter de Beltré und Andrea Käpernik fest im Klinikalltag etabliert hat, wurde sein 5. Geburtstag groß und freudig gefeiert, wieder mit unserer Schirmherrin Gerlinde Kretschmann - und übrigens souverän organisiert von der Sozialmanagerin Verena Gebien.

Egal ob Gastrednerinnen, Leiter des Psychiatriezentrums, Gäste, Patienten oder auch Schirmherrin: Sie alle ließen sich von Daniela Sauter de Beltré dazu animieren, einen Kreis zu bilden und mitzusingen. So erhielten alle einen unmittelbaren Einblick in die musik- und singtherapeutische Arbeit von Daniela Sauter de Beltré. Bereits die Festhalle des ZfP war so hergerichtet, wie es die Patienten und Patientinnen bei "Singen wie im Himmel" antreffen:

Ein Stern liegt in der Mitte des Raumes, darauf griffbereit verschiedene Rhythmusinstrumente. Die Stühle sind im Kreis angeordnet.
"Eine fünf Jahre tiefe und nachhaltige Arbeit", würdigte Michael Eichhorst, Geschäftsführer der Psychiatriezentren in Emmendingen und Calw, das "Singende Krankenhaus". Das ging dann gleich in medias res, als Daniela Sauter de Beltré zum Mitsingen einlud nach dem Motto "Singen ist Medizin".

Stephan Schieting, medizinischer Direktor des Krankenhauses, kam gerade von einem Kongress in Berlin, bei dem es darum ging, wie der Personalbedarf in einem Krankenhaus ermittelt werde und wie viel Zeit dann für jeden einzelnen Patienten übrig bleibe, wie er sagte. Für einen Patienten gehe es eben nicht darum, nur die Anordnungen zu erfüllen, sondern auch "ohne Druck durch die therapeutische Begleitung zu sein." Das "Singende Krankenhaus" passe in den Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts. Das gemeinsame Singen gebe das Gefühl von Zusammengehörigkeit, Freude und Entspannung, sei also Balsam für Körper und Seele. Stephan Schieting erzählte von einem Patienten mit schweren Depressionen, der gesagt habe: "Musik tut mir unheimlich gut." Inzwischen singe der Mann in einem Freiburger Chor.

In einer Videobotschaft überbrachte der Arzt, Kabarettist und Autor Eckart von Hirschhausen seine Grüße zum Jubiläum. Er ist wissenschaftlicher Beirat des Vereins Singende Krankenhäuser. "Singen als Heilmittel verbindet", sagte er und verwies auf die alten Griechen, die im Zwerchfell den Sitz der Seele vermuteten. Gleichzeitig warnt er als studierter Humanmediziner: "Das Humane geht immer mehr vor die Hunde." Daher rate er auch zum Singen: "Froh zu sein, bedarf es wenig. Und wer froh ist, ist ein König."

Elke Wünnenberg, Vorsitzende der Singenden Krankenhäuser führte in Ihrem Festvortrag das aufmerksame Publikum in die Polyvagaltheorie (poly= viel, vagal= den größten Nerv des Parasympathikus, Bestandteil des vegetativen Nervensystems, betreffend). Gemäß der bahnbrechenden Erkenntnisse des amerikanischen Wissenschaftlers Stephen Porges (2010, 2017) gibt es eine evolutionäre angelegte neurophysiologische Verbindung zwischen Herz und Gesicht. Sie ist die Grundausstattung, um uns zu Kontakt und emotionalen Austausch zu befähigen. Ist der "ventrale Vagus" aktiviert, erleben wir uns verbunden und lebendig, hören wir auf, nur zu funktionieren oder zu kämpfen. Singen ist wie eine Hotline zu diesem Teil des vegetativen Nervensystems. Es bahnt den Weg, uns mit offenem Herzen zu begegnen und Zugang zu unseren Selbstheilungskräften zu bekommen. "Singen wird so zum Gesundheitserreger." Wovon alle im Festsaal auch Gebrauch machten. Herzlichen Glückwunsch und noch viel Freude beim Singen!


Singend der Krankheit begegnen

Kooperationsprojekt zwischen dem Verein Singende Krankenhäuser e.V. und der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung

v.l.: Dr. Mareike Schwed, Gisela Steinert, Stephanie Heinze, Henrike Graef, Elke Wünnenberg

Am Samstag, den 26. August 2017, fand in Sulzbach / Taunus (Nähe Frankfurt am Main) die Einführungsveranstaltung zum Selbsthilfe-Pilotprojekt „Singend der Krankheit begegnen“ anläßlich der JuPark-Südhessen-Veranstaltung statt. Hierbei handelt es sich um das Kooperationsprojekt zwischen dem Verein Singende Krankenhäuser e.V. und der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung. Diese ist bundesweit eine wichtige Anlaufstelle, bei der Patienten mit Morbus Parkinson eine unabhängige Beratung sowie wesentliche Informatonen zum Umgang mit der Krankheit erhalten. Die Stiftung ist die erste private Stiftung in Deutschland, die die Erforschung nichtmedikamentöser Behandlungsmethoden bei Morbus Parkinson fördert. Darüber hinaus unterstützt sie wissenschaftliche Studien und leistet wichtige Aufklärungsarbeit, um mit der Krankheit mobil zu bleiben.
In der gemeinsamen Presseerklärung vom Juli 2017 heißt es: „Gemeinsam lässt sich häufig mehr erreichen als alleine, dies gilt vor allem, wenn jeder der Partner besondere Stärken mitbringt. (…) Nun haben die beiden Organisationen beschlossen, eine Kooperation einzugehen und konkrete Projekte umzusetzen. Ziel der Zusammenarbeit ist, Singen zu einem festen Bestandteil in der Parkinson-Therapie im Programm von Selbsthilfegruppen anzubieten. Als künstlerisch-aktivierendes Verfahren soll das Singen zu einer gängigen Behandlungsmethode werden. (…) Das Pilotprojekt soll ab dem 3. Quartal 2017 im Rhein-Main-Gebiet starten. Es ist geplant, Patienten und Angehörigen den Zugang zu alle 2 Wochen stattfindenden Singangeboten von 60-90 min. zu ermöglichen.“

Frau Gisela Steinert, Leiterin der JuPark Südhessen und engagierte Organisatorin der Veranstaltung hatte die Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppe ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit zu einem ausgewogenen Programm in das Bürgerzentrum eingeladen: Im ersten Teil der Veranstaltung wurde über die neuesten Entwicklungen in der Behandlung und der Studienlandschaft informiert - im zweiten Teil fanden Ansätze zu nichtmedikamentösen Therapien Zeit und Raum.
Frau Dr. med Claudia Weiland, Fachärztin für Neurologie im Krankenhaus Hanau informierte über die neuesten Entwicklungen der Parkinson-Therapie. Evelyn Mahla und Silvia Jung vom Kompetenznetz-Parkinson e.V. informierten über das Onelineportal "Fox trial Finder", dass über aktuelle Forschungsprojekte und über Möglichkeiten zur Teilnahme an diesen. Die Michael J. Fox Foundation hat in 2013 den Fox Trial Finder in Deutschland eingeführt. Dr. Mareike Schwed, Sportwissenschaftlerin, der Neurowerkstatt in Pfungstadt und Beiratsmitglied der Hilde-Ulrichs-Stiftung, berichtete über die Ergebnisse ihres Workshops „Die bewegte Selbsthilfegruppe“ – und wurde in ihrer Begeisterung, Kreativität und Kompetenz von den außergewöhnlich positiven und lebendigen Rückmeldungen der beteiligten Patienten ergänzt und gewürdigt.

Um 16 Uhr eröffnete Dr. Jürgen Weber, Vorsitzender der Hilde-Ulrichs-Stiftung, die Vorstellung des Singprojektes. Elke Wünnenberg, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Singende Krankenhäuser e.V.“ und Henrike Graef, zertifizierte Singleiterin griffen nach kurzen Einleitungsworten zu ihren Gitarren und brachten das zu dieser Zeit bereits „dampfende Raumklima“ noch mehr in Wallung. So sprang der Funke der Heilsamen Lieder sofort auf die mehr als 50 Teilnehmer über und ein „Singen, Schwingen und Schwitzen“ rundete das intensive Zusammensein an diesem heißen Augusttag ab.
Das angefügte Bilder gibt einen visuellen Eindruck der gelungen Veranstaltung wieder. Frau Heinze, Geschäftsführerin und Stiftungsbeauftragte der Hilde-Ulrichs-Stiftung zeigte sich sehr zufrieden mit dem Start des Pilot-Projektes Rhein-Main. Singende Krankenhäuser dankt insbesondere auch Frau Gisela Steinert für die wunderbare Organisation und Moderation dieses Tages.


Zertifizierungsfeier im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

Gerlinde Kretschmann überreicht der Einrichtung die Urkunde

Gerlinde Kretschmann übergibt das Zertifikat „Singendes Krankenhaus“ an Jutta Eise, Simone Soldner-Loescher und Klaus Loescher.

Am 18.07.2017 wurde nun endlich nach gut zweijährigem Bestehen des Heilsamen Singens die Klinik zum Singenden Krankenhaus zertifiziert. Annet Rose-Losert, die Geschäftsführerin der Klinik, sprach der Schirmherrin des Vereins, Gerlinde Kretschmann, sowie der Vorstandsvorsitzenden, Elke Wünnenberg, ihren Dank dafür aus, dass beide es möglich gemacht hatten, dem PZN - insbesondere den drei verantwortlichen Musiktherapeuten Jutta Eise, Simone Soldner-Loescher und Klaus Loescher - das Zertifikat persönlich zu überreichen.

Elke Wünnenberg, Vorstandsvorsitzende des Vereins "Singende Krankenhäuser e.V."


Die Zertifizierungsfeier umfasste ein buntes Programm von gemeinsamem Gesang und kurzen Vorträgen, die das Angebot und Singen allgemein aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten und wertschätzen. Eine gelungene und lebendige Veranstaltung! Das Heilsame Singen ist nun in Wiesloch fest etabliert.
www.pzn-wiesloch.de/aktuell


St. Laurentius-Stift wird als "Singendes Krankenhaus" ausgezeichnet

v.l.: Alexandra Köhler, Kai von Lünenschloß

Seit über zwei Jahren organisiert und leitet Alexandra Köhler, Gerontopsychiatrische Fachkraft und Altentherapeutin, drei Singgruppen im St.-Laurentius-Stift Waltrop. Dank ihres Einsatzes konnte das Haus nun als „Singendes Krankenhaus“ ausgezeichnet werden. Das gemeinschaftliche Singen inspiriert die Patienten und fördert frei von Vorurteilen oder Leistungsdruck mit viel guter Laune deren Genesung. Der offizielle Festakt fand am Montag in der Geriatrischen Tagesklinik des St.-Laurentius-Stifts Waltrop statt. Die Urkunde wurde von Musiktherapeut Kai von Lünenschloß, Vorsitzender des internationalen Netzwerks „Singende Krankenhäuser e.V.“, übergeben.

Der Grundgedanke ist simpel: vollstationäre Patienten aktivieren abseits des Klinikalltags singend Körper und Geist und bringen gleichzeitig ihre Selbstheilungskräfte in Schwung. Die musikalische Vielfalt kennt dabei keine Grenzen. „Ob Akkordeon oder Gitarre, wir singen in unseren Singgruppen alles von Rock und Pop bis zu alten Seemannsliedern“, erklärt Alexandra Köhler, Leiterin der drei Singkreise. Neben vielen Vorteilen des Singens, wie der Stimulation von kognitiven Fähigkeiten, Aktivierung des Langzeitgedächtnisses, der Entspannung oder Atemregulation, ist die Förderung sozialer Kontakte im Haus besonders wichtig. „Wer bei uns gesungen hat, trifft sich später auch noch einmal auf dem Gang."

Die Singgruppen werden wöchentlich sowohl für unsere geriatrischen und Demenzpatienten als auch für unsere psychiatrischen Patienten angeboten“, so Alexandra Köhler weiter. „In unserem Krankenhaus schafft das Singen auch eine neue Offenheit und Freude. Es ist ein Erfolg, dass Patienten nicht selten im Anschluss an die Singgruppe beschwingt und mit einer Melodie auf den Lippen auf ihre Station zurückkehren“, erklärt Jens Köster, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik Psychiatrie und Psychotherapie. Singen im Krankenhaus fördert eine warmherzige Atmosphäre und bildet einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Kultur und Gemeinschaft in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen.

Die internationale Initiative „Singende Krankenhäuser e. V.“ engagiert sich seit 2009 für die vermehrte Verfügbarkeit von Singangeboten in Gesundheitseinrichtungen. Die Initiative folgt dabei dem Grundgedanken, dass gemeinsames Singen die Gesundheit fördere und zur besseren Bewältigung bestehender Erkrankungen beitrage. Die Vision des Netzwerks ist ein Gesundheitswesen, in dem den Menschen die heilsame Kraft des Singens erlebbar gemacht wird und von Patienten, Behandlern und Vertretern des Gesundheitssystems als Ansatz für Krankheitsbewältigung und Gesundheitsfürsorge anerkannt und eingesetzt wird.

v.l.n.r.: Edith Stöwesand mit Akkordeon; Alexandra Köhler, Gerontopsychiatrische Fachkraft und Altentherapeutin und Leiterin der drei Singkreise; Marie-Theres van Almsick, Pflegedienstleitung; Jens Köster, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik Psychiatrie und Psychotherapie; Sabina Nanni, Bereichsleitung Pflege und Kai von Lünenschloß mit Gitarre, Vorsitzender des internationalen Netzwerks „Singende Krankenhäuser e.V.“
(Bildquelle: Öffentlichkeitsarbeit VCK)


Vorbeugen besser als Heilen

„Kongress für Menschliche Medizin“ 2017 in Frankfurt

Prof. Dr. med. Jörg Spitz (geb. 1943) aus Schlangenbad bei Wiesbaden ist Facharzt für Nuklearmedizin, Ernährungsmedizin und Präventionsmedizin. Prof. Spitz hält einen Paradigmenwechsel in der Medizin für überfällig: „Weltweit zeigen interdisziplinäre Forschungsergebnisse die elementare Bedeutung der Umwelt und des Lebensstils für die Gesundheit der Menschen. Vor diesem Hintergrund ist Vorbeugen eindeutig besser als Heilen. Immer mehr Menschen fordern ein Umdenken und schätzen die Lebensqualität höher ein als die Quantität (gewonnene Zeit ohne Lebensqualität). Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung ist dies eine große Herausforderung für die Medizin in der Gegenwart und Zukunft“.

Seit einigen Jahren widmet sich Prof. Dr. Spitz ausschließlich der Erarbeitung von Präventionskonzepten und deren Umsetzung in der Praxis. 2008 gründete er die „Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention” und 2014 die „Akademie für menschliche Medizin und evolutionäre Gesundheit”. Ferner organisiert er seit 2014 den „Kongress für Menschliche Medizin“, der 2017 unter dem Themenschwerpunkt „Neue Perspektiven zur Entstehung und Therapie von Krebserkrankungen“ am 25. – 26. März in Frankfurt stattfand. Neben der wichtigen Bedeutung von Nährstoffen, Bewegung und Sport sowie der Gesprächstherapie hatte Herr Prof. Dr. Spitz auch die Bedeutung der Musik, speziell des Singens, für onkologische Patienten im Blick und die erste Vorsitzende Elke Wünnenberg der Singenden Krankenhäuser e.V. zu diesem Thema eingeladen.

Elke Wünnenberg sprach in ihrem Vortrag darüber, wie Menschen erleben, dass Musik ihr subjektives Erleben widerspiegelt und erweitert. Daher kommt der Musik seit jeher eine hohe Bedeutung in der Verarbeitung von Krankheit und Leiderfahrungen zu. Selbst zu Singen ist noch viel unmittelbarer,  „bewegt“ den Menschen ganzheitlich, vertieft den Kontakt zu sich und der Welt. Um ihre Wirkungsannahmen wissenschaftlich zu begründen erläuterte sie die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie von Stephen Porges. Sie verdeutlichte, wie Singen eine Hotline zu psychovegetativen Funktionskreisen bahnt, aus Überlebensstrategien „erlöst“ und Zugang zu sozialer Bezogenheit, emotionaler Schwingungsfähigkeit und Vitalität verbessert. So wurde auf theoretischer wie praktischer Ebene deutlich, wie das Einschwingen auf einen Atemrhythmus, auf lebensbejahende Texte und musikalische Parameter einen Zugang zu Selbstwirksamkeit, Gemeinschaftserleben und Sinnperspektiven eröffnen kann.

Neben Studienergebnissen hatte sie auch Ausschnitte aus dem Film „Krebs – Singen ist Leben“ dabei. Der 13-minütige Film samt Bonusmaterial zeigt, was möglich ist, wenn Menschen sich in Krisensituationen  auf den Weg machen, ihre eigene (Sing-)Stimme zu finden und in eine Gemeinschaft von Menschen mit Liedern und Bewegung einzutauchen. Realisiert wurde er von
Christine Kostrzewa, Medienbüro Essen im Auftrag der Frauenselbsthilfe nach Krebs, ILCO in Zusammenarbeit mit der Initiative Singende Krankenhäuser e.V.

Auch an diesem Konferenztag wurde deutlich, dass es im Gesundheitssystem noch Bewusstseinsarbeit bedarf, um dem Singen den Stellenwert zu geben, der ihm als Resilienzkraft gebührt. Prof. Dr. Spitz würdigte Elke Wünnenbergs Ausführungen im Anschluss an die Konferenz in einer persönlichen Mail: „Ich muss gestehen, ich hatte gehofft, dass Sie nicht nur ein Liedchen trällern würden (pardon!), sondern auch über einige wissenschaftliche Fakten zu Singen und Musik berichten würden. Einen Vortrag auf einem solch hohen wissenschaftlichen Niveau, der gleichzeitig auch noch emotional berührt, hatte ich nicht erwartet. Alle Achtung! Der Beifall der Teilnehmer machte deutlich, dass dies wohl nicht nur mein Eindruck war“.

Der Kongress wurde aufgezeichnet - das gesamte Kongressmaterial wird online verfügbar sein – zunächst gratis, dann zu einem symbolischen Preis, erhältlich auf der Homepage der Akademie für Menschliche Medizin. In der persönlichen Begegnung mit Prof. Dr. Spitz sagte dieser mit einem Augenzwinkern: „Mein Vorhaben ist wie eine Karawane, die auch in unwirtlichen Umständen ihren Weg findet und weiterzieht. Meinem Netzwerk schließen sich immer mehr an und ich habe in der Zwischenzeit ein sicheres Indiz gefunden, um Menschen zu erkennen, die mit mir unterwegs sein möchten: Leuchtende Augen!!! Singende Krankenhäuser e.V. dankt Herrn Prof. Dr. Spitz für die Einladung zu diesem zukunftsträchtigen Kongress, für sein „Funkeln und Sprühen“, für seine Herzlichkeit und sein Engagement für eine Medizin, in der Singen einen Platz finden wird.

Wir ziehen mit und weiter in der Spitzen-Präventions-Karawane!!!